Israel-Solidarität vorm Karl-Liebknecht-Haus

Gastbeitrag von Scrupeda

Das Wetter war kalt und naß, die Teilnahme an der Kundgebung dafür schon wieder gar nicht schlecht (kotzboy schätzt 200 Menschen), und die üblichen Verdächtigen haben größtenteils das Übliche gesagt.


Foto: kotzboy

Hängengeblieben sind dabei folgende Schnipsel, völlig aus dem jeweiligen argumentativen Zusammenhang gerissen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber hoffentlich korrekt zugeschrieben:

Tjark Kunstreich prophezeite eine Säuberungswelle in der Linkspartei, die sich nun wohl der Kritiker aus den eigenen Reihen entledigen werde, und zitierte allerlei vielsagende Äußerungen von Norman Paech und Konsorten; es wurde eine Grußbotschaft von Thomas von der Osten-Sacken verlesen, die sich hauptsächlich darum drehte, wie Israel-freundlich die Kurden seien; vom Mideast Freedom Forum Berlin darauf hingewiesen, dass gerade im Iran in den letzten zwei Wochen keine große Anti-Israel Demonstration stattgefunden habe, weil sich das Regime ein solches Risiko gerade nicht leisten könne (also das Risiko, daß bei einem solchen Anlaß möglicherweise doch gegen die eigene Regierung statt gegen Israel demonstriert werden würde); die HUmmel-Antifa meinte, die Aufklärung gegen den Islam verteidigen zu müssen; die Georg-Weerth-Gesellschaft Köln berichtete, wie Die Linke in Köln sich einem Urteil anschloß, daß eine Karikatur eines fetten Kinderfressers mit Davidstern nicht volksverhetzend sei; No Tears for Krauts erklärte, die Linke sei für den Osten das, was die Hamas für Gaza sei, hielt Katja Kipping anscheinend für eine Verwandte von Rudyard Kipling, und schloss mit einem schmissigen Aufruf an etwaige Die Linke-Parteibuchbesitzer, diese zurückzugeben, was pro Parteibuch mit einer Flasche Wein aus den Golanhöhen belohnt werden werde, der allemal mehr wert sei als ein solches; Hedonistische Mitte – Brigade Mondän wies auf inhaltlich zu der Reise von Paech, Groth und Höger passende Höhepunkte in den Äußerungen von Judith Butler, Slavoj Žižek und Alain Badiou hin, die alle in den kommenden Wochen an Ort und Stelle in der Volksbühne auftreten werden, und damit üppige Gelegenheit für die Störung des kulturlinken antisemitischen Konsenses bieten.

Es waren weder in nennenswertem Umfang Schaulustige zu beobachten (Wetter!), noch gab es wie teilweise im Vorfeld befürchtet Besuch von der Krisen-Demo.

Leave a Reply