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TOE-MAY-TOE

Wenn mensch den Menschen studiert oder: Ein Kleinod linken Jargons

Neulich, beim nächtlichen Rumhängen in der Freiburger KTS fiel mir ein zusammengetackertes, schlecht aufgemachtes Heftchen in die Hand, dessen Layout so hässlich und der Name so verräterisch war, dass ich es mir einfach durchblättern musste, und siehe da: der erste Eindruck, den der „anschlag – kritische Südhessen Info“ auf mich machte, bekräftigte sich zur Gewissheit: Dieses Blatt ist lesenswert qua seiner linksdummen bzw. anarchistischen Trotteligkeit, die sich hier keine Grenzen setzt. Aus dem Bedürfnis, „irgendwas zu machen“, und sei es zu schreiben, kackt man autonome Müllblattchen aus, z.B. den „anschlag“. In der Ausgabe Nr. 5/Januar 2010 (Titel: „SQUAT THE WORLD“) wird u.a. der „Bildungsstreik“ gelobt (er wird „erwachsen“ wie es heißt) und Sexismus in „der linken Szene registriert, alles ganz wie zu erwarten war, und es gäbe kein Wort über dieses eigentlich hinreichend zu ignorierende „Infoblatt“ zu verlieren, hätte es sich als Jugendblatt autonomer Pubertierender geoutet. Denn wäre dem so, so wäre es peinlich, einen Artikel wie den folgenden hier zu präsentieren und ihn durch bloßen Abdruck der Lächerlichkeit preiszugeben, einem, dem sogar im „anschlag“ kein anderer das seichte Wasser reichen kann. Doch da ein/e Doshi, der/die ehrenwerte Verfasser/in des Artikels, sich ernst genommen wissen will, soll sein/ihr Text hier zitiert werden. Ein Text, wie er so exemplarisch ist für eine/n Linke/n, der nicht schreiben und nicht denken kann, nichts zu sagen hat und keinen Weg dafür je gefunden hat, es nur bleiben zu lassen. Entstanden ist ein Kleinod linken Jargons, eine Perle der autonomen Befindlichkeit, sinnfrei und unnötig, dafür aber umso lustiger zu lesen.

(Der Text ist entgegen jedem spontan auftretendem Verdacht von mir nicht verändert worden und sollte, wiederum entgegen jedem spontan aufkommendem Bedürfnis, keinesfalls ironisch gelesen werden!)

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Kommentar: Pirat-innen Ahoi…

Blub, blub…wäre vielleicht besser. Ist ja kein neues Thema „Piratenpartei“ und Gender bzw. „Feminismus.“ Sollte man in diesem Zusammenhange wahrscheinlich nicht erwähnen, das klingt wahrscheinlich zu sehr nach ,Entern in Strickstrumpfhosen‘ und dialoger Unfähigkeit.

Die Taz
und der Spiegel haben die Pressemitteilung von Lena Simon diskutiert. Darin kündigt die Piratin eine geschlossene Mailingliste für Frauen an. Nur ,Frauen‘ dürfen partizipieren. Ausgerechnet, wo doch die Piratenpartei beim Eintritt in die Partei nicht nach Dingensens zwischen den Beinen fragt. Man verstehe sich als Post-Gender: Wiedersehen Kategorien! Tschüß du konservative ,Wir‘ Konstruktion! Bye bye Ungleichbehandlung, hello world!

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kinder in gefahr

wo bleibt die dekadenz?

ich glotz’ tv (3)

Das Fräulein bedient sich

Ich mochte Helene Hegemann auf Anhieb für einige ihrer Äußerungen; das war vor etwas über einem Jahr. Als nun ihr Buch “Axolotl Roadkill” gehypet wurde, fand ich das größtenteils absurd bis belustigend:

>>Sie zaubert Dialoge wie Mamet, schwärmt von einer Welt jenseits dieser Welt wie Kerouac, halluziniert so sadistisch wie de Sade - und ist am Ende dann doch Helene Hegemann, die ein Deutsch schreibt, das es noch nie gab: suggestiv wie Sowjetpropaganda, himmlisch rhythmisch, zu Hause in der Hoch- und Straßensprache und so verführerisch individuell, dass ab morgen bestimmt hundert andere deutsche Schriftsteller - manche sogar gegen ihren Willen - den Hegemann-Sound nachmachen und dabei natürlich absolut scheitern werden. Wie Hegemann die Schussfahrt einer ganzen - halb echten, halb erfundenen - Lost Generation ins tiefe Tal des Gewaltsex, des schlechten Drogen- und Alkoholrauschs, des Horrorfilm-Wahnsinns, der masochistischen Schlaflosigkeit beschreibt, wie sie Mifti und ihre Mitte-Bande bei ihrem lächerlich defätistischen Kampf gegen die Egoistenwelt der Alten zeigt, hat die Überzeugungskraft jeder großen, kaputten, idiosynkratischen, seherischen literarischen Phantasie. Sollte das Leben der Jugend noch nicht so schrecklich sein wie bei Hegemann - nach diesem Buch wird es das sein.<< (Maxim Biller: Glauben, lieben, hassen)

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autunom – antitainment