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Blog-Archive

SOZIALFORUM HANAU SONDERNEWSLETTER AUGUST 2011 No. 33

Metzgerstrasse bei Brand beschädigt ++++ Neonaziaktivitäten in
Bruchköbel: Flugblattaktion gegen engagierten Antifaschisten ++++
Kundgebung gegen Abschiebung nach Malta am 2.8 am Flughafen Frankfurt

In der Nacht vom 28. auf den 29.Juli 2011 sind zwei Dinge geschehen, die
uns zu diesem Sondernewsletter veranlassen: es hat einen massiven Brand
im Autonomen Kultur- und Kommunikationszentrum in der Metzgerstrasse 8
gegeben. In der Metzgerstrasse ist die Brandursache bislang noch unklar.
In derselben Nacht in Bruchköbel Flugblätter in Briefkästen gesteckt, in
denen ein engagierter Jugendlicher als „Rotfaschist“ diffamiert wird und
mit Bild in seiner Nachbarschaft vor ihm „gewarnt“ wurde. Beide
Ereignisse erfordern unterschiedliche Antworten, aber eins ist klar:
auch wenn der Brand in der Metzgerstrasse nun eine Menge Energie für den
Wiederaufbau kosten wird: solche Aktionen wie in Bruchköbel dürfen nicht
unbeantwortet bleiben. Und so haben wir uns für diesen
Sonder-Doppel-Newsletter entschieden.

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Späte Aufklärung

Initiative findet verloren geglaubte Listen von Deportationen aus dem Gestapo-Gefängnis Klapperfeld

Frankfurter Rundschau, 23.07.2011 (download pdf)

Das ehemalige Frankfurter Gestapo-Gefängnis
Das ehemalige Frankfurter Gestapo-Gefängnis. (Foto: Andreas Arnold)

Von Danijel Majic und Claudia Michels

Wolfgang Breckheimer war 17 Jahre alt, als seine Mutter, Cäcilie Breckheimer, am 8. Februar 1943 von der Gestapo verhaftet und ins Polizeigefängnis Klapperfeld in der Frankfurter Innenstadt gebracht wurde. Was ihr zur Last gelegt wurde, war allein, dass sie Jüdin war. Der Name von Cäcilie Breckheimer steht auf Deportationslisten, die jetzt im Suchdienst-Archiv in Bad Arolsen gefunden wurden. Es könnte sich um einen Sensationsfund handeln.

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Pressemitteilung 21.07.2011 ­– Verschollen geglaubte Deportationslisten entdeckt: Polizeigefängnis Klapperfeld hatte zentrale Funktion für Deportationen aus Frankfurt

Korrektur: In unserer Mitteilung ist uns gestern Abend leider ein Schreibfehler unterlaufen. Die Deportationslisten umfassen nicht Zeitraum von Februar 1943 bis Mai 1944 sowie für August 1942, sondern den Zeitraum Februar 1943 bis Juli 1944 sowie für August 1942. Die Summe von 19 Monaten ist somit richtig. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Der Initiative »Faites votre jeu!« ist es gelungen, verschwunden geglaubte Deportationslisten ausfindig zu machen. Die Listen belegen Deportationen von über 3.300 Menschen allein für den Zeitraum von Februar 1943 bis Mai 1944 Juli 1944 sowie für August 1942. Diese Dokumente, die unter anderem die Namen der Inhaftierten und die Orte, an die sie verschleppt wurden, enthalten, befinden sich im Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen. Anhand ihrer lässt sich nachweisen, dass viele Personen vom Klapperfeld aus etwa nach Auschwitz, Buchenwald, Ravensbrück oder an diverse andere Orte deportiert wurden.

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Vortragseinladung 2011-07-13: Kritik an Queer

Tove Soiland
Warum sich gesellschaftliche Verhältnisse nicht dekonstruieren lassen: Eine an Marx und Foucault orientierte Kritik an queer.
Mittwoch 13.07.2011, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Zum Ende des Semesters – daß wir die vorgetragene Kritik gleich durch Auflösung der AG umsetzen könnten – präsentieren wir Tove Soiland aus Zürich. Sie ist feministische Theoretikerin und erfüllt Lehraufträge an diversen Universitäten. Sie stellt uns ihre Kritik an “queeren” und dekonstruktivistischen Ansätzen vor. Wir können uns also vorwefen lassen, scheißliberal zu sein

Die Referentin zu ihrem Vortrag:

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Vortragseinladung (Schriftgemittelt!) 2011-07-06: “Armlose Wunder”

Lucie Storchová
“Ich will, deswegen kann ich!” Geschlechtliche Markierung der Normalität, Produktivität und “bürgerlichen Tüchtigkeit” in Autobiographien der zentraleuropäischen “armlosen Wunder” (1910–1930)
Mittwoch 06.07.2011, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Der folgende Vortrag wird in Kooperation mit zusammen mit unserer PartnerInitiative Zentrum für Disablity Studies (ZeDiS) angeboten. Schriftmittler*Innen werden anwesend sein, d.h. verbreitet diese Ankündigung weiter, solltet Ihr potentiell interessierte kennen.

Lucie Storchová ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Institut der tschechischen Akademie der Wissenschaften und am Institut für Anthropologie an der Faculty of Humanities in der Karls-Universität zu Prag. Sie referiert folgendes:

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Lüder Tietz: Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität

Logo des Podcasts von Jenseits der Geschlechtergrenzen Lüder Tietz ist wahrlich kein Unbekannter in der Reihe “Jenseits der Geschlechtergrenzen”. Er gründete in den 90er Jahren die AG LesBISchwule Studien (heute AG Queer Studies) und hat – auch als Mitherausgeber des ersten Sammelbandes – die Geschichte der Reihe und AG in besonderer Weise geprägt. Der Ethnologe ist heute wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Materielle und Visuelle Kultur der Universität Oldenburg und zudem als Berater und Trainer tätig. Lüder hat zu Homosexualität und Transidentität im indigenen Nordamerika und ethnographisch zu CSD Paraden gearbeitet. Das Thema seines Vortrages im Sommersemester 2011 war “Kritik der Psychopathologisierung von Homo-, Trans- und Intersexualität”. Die Folien zum Vortrag (PDF) hat er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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Die Datenfresser und post-private Technologien des Selbst

“Die Datensätze werden dann auf dem grauen Markt meistbietend verkauft, nicht selten an Kriminelle, die sie dann für den Identitätsdiebstahl mißbrauchen können”. Immer mehr Menschen müssen Nachts raus. Man muss keine Wissenschaftlerin sein, um sich von solchen Sätzen ein bisschen manipuliert zu fühlen. Aber gut, “Die Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staaten sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen” (2011, Frankfurt/Main) ist möglichst allgemeinverständlich geschrieben. Um ihre Zielgruppe (ich vermute, es geht um die $Mutter) zu erreichen, scheint es für Constanze Kurz und Frank Rieger strategisch wichtig zu sein, auf Belege für die von ihnen beschriebenen Entwicklung und Szenarieren weitestgehend zu verzichten.

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NiNsee droht Schliessung

NiNsee is a centre for the promotion of research and distribution of knowledge and information regarding the Dutch slavery past and its consequences for contemporary society. To that end, NiNsee initiates historical research, develops educational programmes and exhibitions, and facilitates the distribution of information and documentation of the Dutch slavery past and its legacy. Research and education will contribute towards the recognition of the slavery past as a part of the shared history of all Dutch people and moreover promote the realization and acceptance of the legacy of slavery.

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Vortragseinladung 2011-06-29: Kontaktanzeigen

Benno Gammerl
Von Amazone bis Zögling. Männlichkeiten und Weiblichkeiten in gleichgeschlechtlichen Kontaktanzeigen
Mittwoch 29.06.2011, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Benno Gammerl ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Forschungsbereich Geschichte der Gefühle zu Berlin. Er referiert Mittwoch zu folgendem Thema:

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Wir trauern um Wolfgang Breckheimer

 
 
Foto von Wolfgang Breckheimer
 
 
»Ich halte es für notwendig, dass alle noch lebenden Antifaschisten ihre Erfahrungen und Erlebnisse an die heutige Jugend weitergeben.«
Wolfgang Breckheimer, 1968

 
 
Am 12. Juni 2011 ist Wolfgang Breckheimer nach schwerer Krankheit gestorben.

Als Edelweißpirat war er während des Nationalsozialismus im Widerstand aktiv. Nach der Befreiung von der NS-Barbarei kämpfte Wolfgang gemeinsam mit seiner Frau Ria unermüdlich darum, die Verbrechen der Nazis nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und berichtete auf unzähligen Veranstaltungen von seinen Erlebnissen.

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Vortragseinladung 22.6.2011: Post-anarchistische und queere Allianzen

Dr. Lena Eckert
Affinität statt Identität. Post-anarchistische und queere Allianzen – eine Utopie?
Mittwoch 22.06.2011, 19:15, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Lena Eckert ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte und Theorie der Kulturtechniken, Bauhaus-Universität Weimar. Sie referiert zu folgendem:

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Robert Kulpa: Con-Temporal Peripheries

Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenIm Mai diesen Jahres war Robert Kulpa bei uns zu Gast. Der aus Polen stammende Queer Theoretiker lebt seit einigen Jahren in London, wo er seine Doktorarbeit im Department of Psychosocial Studies am Birkbeck College schreibt. Darin, wie auch in seinem Vortrag, beschäftigt er sich mit Zeit, Raum, Wissen und Aktivismus zwischen den Sexualitäten Zentral-/Osteuropas und des Westens. Wenn aus westlicher Perspektive darüber gesprochen wird, die Gesellschaften und queer Bewegungen Zentral- und Osteuropas seien noch nicht “so weit” wie wir, wird darin ein Narrativ linearer Entwicklung angelegt, bei der “der Westen” voran schreitet und alle anderen diesen Pfad befolgen müssen. In “Con-Temporal Peripheries: Disjunctions in space and time, knowledge and activism, between Central-Eastern European and Western sexualities” wird diese Konstruktion einer zeitlich-räumlichen Peripherie einer Dekonstruktion unterzogen. Künstlerisch haben sich die Pet Shop Boys übrigens schon 1993 im Video zu “Go West” (Video bei youtube) mit diesem Narrativ auseinander gesetzt. Das Video wurde von Robert am Ende des Vortrages gezeigt.

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