körper

Radiotermine im November

Aufgrund eines kurzfristigen Unglücksfalls steht das Programm für die kommenden Sendungen auf Radio FSK leider nicht in der gewohnten Voraussicht fest. Nur soviel:

  • Die Sendungen finden regulär statt (02.11.2009, 16.11.2009, …; jeweils 14:00-15:30)
  • Kommenden Montag (02.11.2009) senden wir den Vortrag von Kristina Reiss am 08.07.2009 (sollte unser Archiv Lücken aufwiesen und der Vortrag bereits gesendet worden sein, schickt uns bitte eine Mail)
  • Ergänzend empfehlen wir den ebenfalls zur Jugendarbeit gehaltenen Vortrag von Olaf Stuve (Script auf dieser Seite)
  • Wir halten Euch auf diesem Wege auf dem Laufenden

Zum Vortrag:

[…]

Gendergraphien

Ringvorlesung | Montags, 18 – 20h | LMU München | HGB A 014

vorbeischauen? vorbeischauen!

[…]

Veranstalter: Prof. Paula-Irene Villa, Lehrstuhl Soziologie der Geschlechterdifferenz, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München München

Gender und Körper gelten nicht mehr als objektiv gegebene, unverfügbare Tatsachen – weder in der alltäglichen Praxis noch (und erst recht nicht) in der wissenschaftlichen Reflexion und Forschung. Ob beim Gender-Tuning durch Botox-Spritze und plastische Chirurgie, bei der medialen Inszenierung metrosexueller Männlichkeit oder beim geschlechtersensiblen Karriere-Coaching: Allerorten bedienen sich Menschen ihres Körpers als Rohstoff und Ressource, um ihn gemäß normativer Imperative – ganz und gar freiwillig – zu gestalten. Diese Körper sind und werden immer auch geschlechtlich codiert. Im transdisziplinären Diskurs der Geschlechterforschung werden Geschlecht(s)Körper als Effekte des Tuns, Deutens und Sprechens verstanden und als solche in Bezug auf ihre Historizität und Normativität befragt sowie auf ihre Bedeutung für ökonomische, politische und kulturelle Prozesse. Eine Perspektive auf Geschlecht impliziert also auch eine Perspektive auf den Körper und vice versa. Gerade in der Verknüpfung dieser beiden Perspektiven liegt ein großes Potenzial.
Die interdisziplinäre Ringvorlesung ‚Gendergraphien’ nimmt dies zum Ausgangspunkt und stellt die Überlegungen namhafter Wissenschaftler/innen der LMU und des benachbarten – transalpinen – Raums vor. Diskutieren Sie mit uns über den kulturellen Naturkörper (oder den natürlichen Kulturkörper?) des Geschlechts.

[…]

Links vom 16. bis 27. September 2009

Ich habe aufgeräumt. Hier kommen die Links der letzten Tage.

Wahlblog'09 | Klarmachen zum Kentern. Die Piratenpartei-Leseliste, Folge 6
Wer sich noch weiter mit den Piraten auseinandersetzen will: Im Blog der Heinrich Böll Stiftung gibt es Links.
(tags: piratenpartei politik)

Was die Piraten noch lernen müssen | emptysignifier | The Weblog of Jacob Fricke
(tags: piratenpartei politik mouffe)

Arbeitsrecht: Schikanieren erlaubt […]

Über uns

Joke, Marlen und Steff sind eine polyfidele Dreierbeziehung aus Hamburg und podcasten Anekdötchen aus den Untiefen ihres queeren Alltags.

Zum Podcasten haben uns verschiedene Ideen und Wünsche gebracht: Wir wollten etwas machen, was nicht täglich passieren muss und Platz für viel Inhalt lässt. Wir haben nach etwas zwischen schnelllebigen Performances und arbeitsintensiven Texten gesucht. Wir brauchten dringend einen Ort, an dem wir mit den Stolperfallen der heteronormativen Welt produktiv umgehen können. Wir haben keinen queeren Podcast gefunden, also machen wir selbst einen.

Seit Oktober 2008 produzieren wir immer etwa am ersten Freitag im Monat. Wir haben ein monatlich wechselndes Hauptthema, über das wir uns ohne Längenvorgabe auslassen.

Am Ende jeder Folge gibt’s ein freies Musikstückchen auf die Öhrchen. Unser großes Ziel ist dabei thematische Anbindung, das haben wir allerdings bisher eher selten geschafft.

hs12 nettes Ladengespräch über die Genitalien

Heute ist das Thema trans*. Und das dauert. Wir manövrieren uns durch Definitionen von trans*, Benennungspolitiken und trans* als Praxis und würzen das Ganze mit netten Anekdoten aus unseren Trans*leben. Warum Queers immer auf der Straße laufen, Femme trans* ist und ‘andere’ Körper nicht privat sind. Also: Hose runter, keine falsche Scham und raus mit den Genitalien!

Download (mp3, 94,9 MB)

Musik: Videogame OrchestraIsland In The Sun (Belmont’s Revisal)

Links:
2 Hot Transexuals Finally Give Some Answers!
Derailing for Dummies
nrrrdz

Links vom 21. August bis 1. September 2009

Aufgeräumt. Alle Links der vergangen Tage nach dem Klick.

hamburger kulturpolitik: konglomerate aus mist, in denen man currywurst essen kann
(tags: kunst hamburg freiräume politk)

Not Oprah's Book Club: The Tall Book
(tags: körper größe frauen buch rezension)

Why is there no male birth control on the market yet?
(tags: verhütung körper geschlecht medizin)

Foucault 25 years on conference proceedings
Beiträge der "Foucault: […]

Links vom 3. bis 22. Juli 2009

Decluttering. Alle Links der letzten Tage nach dem Klick.

Jenseits der Geschlechtergrenzen im Wintersemester 2009/2010

Zum Semesterabschluss präsentieren wir euch eine Vorschau auf unser Vortragsprogramm für den kommenden Winter. Es wird dieses mal ziemlich kulturell, aber seht selbst! Wer in den Sommermonaten nicht genug von uns bekommt, sollte die Augen und vor allem Ohren aufhalten, denn bald schon startet unser Podcast mit Aufzeichnungen aus den letzten Semestern “Jenseits der Geschlechtergrenzen”. […]

Vortrag von Martina Tißberger: Dark Continents

Martina Tißberger
Dark Continents. Psychoanalyse, Gender, Whiteness.
Mittwoch 15.07.2009, 19:15, Von Melle Park 5 (”Wiwi Bunker”) 0079

Mittwoch präsentieren wir zum Ende der Vorlesungszeit Martina Tißberger, sie ist Dipl.Psychologin am Bereich “Geschichte der Psychologie” der FU Berlin und arbeitet zu Psycholanalyse, Gender unter Critical Whiteness und nutzt dabei auch diskursanalytische Methodik.

Die Referentin zum Vortrag:

“Freuds Allegorisierung weiblicher Sexualität als „dark continent“ verweist unbeabsichtigt auf zwei konstitutive Figuren der Psychoanalyse: Geschlecht und Rasse. Sie sind beide Differenz-Figuren mit deren Hilfe Ausschlüsse vorgenommen werden, damit das Subjekt der Psychoanalyse hervortreten kann. Geschlecht, bzw. die sexuelle Differenz stellt die Anfangs-Figur dar. Der dunkle Kontinent als Allegorisierung Afrikas, das für ‘Rasse’ steht, ist der verschobene – der verdrängte Anfang. Dieser ‘Kontinent weiblicher Sexualität’ ist ein weißer Fleck in der Erkenntnislandschaft Freuds – etwas, das sich ihm beständig zu entziehen scheint und das zur ‘Leerstelle Frau’, dem konstitutiven Mangel des Subjekts der Psychoanalyse, wird. Diese Leerstelle – das Unbewusste in der Psychoanalyse – ist also in interdependenter Weise rassisch und geschlechtlich codiert. Durch Freuds Ambivalenz als weißer Mann in einer sexistischen und kolonialistischen Gesellschaft und zugleich als Jude in einer antisemitischen Gesellschaft hat er uns eine Subjekttheorie hinterlassen, die ein ebenso revolutionäres wie reaktionäres Potenzial hat. Mit Daniel Boyarin argumentiere ich, dass ‚Rasseʼ in Form des Antisemitismus den verschobenen Anfang der Psychoanalyse darstellt – eine Differenz, die Freud in die sexuelle Differenz verschoben hat. Ich nehme deshalb die ‘Leerstelle in der Psychoanalyse’ – ihr Unbewusstes – als Ausgangspunkt für eine Historisierung und zugleich eine Dekonstruktion ihres Subjekts um zu zeigen, dass ‘Rasse’ und Gender gleichermaßen konstitutiv für dieses Subjekt sind.”

Gerade angesichts der stark ‘naturwissenschaftlich’ ausgerichteten Hamburger Psychologie bedeutet dies eine Chance zur Horizonterweiterung. Wie unzureichend ‘Naturwissenschaft’ für psychologische Fragestellung sein kann, zeigte uns dieses Semester bereits die Biologin und Kulturwissenschaftlerin Kerstin Palm. Wer jenen Vortrag verpaßt hat, kann ihn hier nachlesen.