Faites votre jeu!

Montag, 5. Juli 2010, 20.00 Uhr // Alltägliches Verbrechen im Ausnahmezustand? Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Montag, 5. Juli 2010, 20.00 Uhr // Vortrag und Diskussion mit Dr. Regina Mühlhäuser (Institut für Sozialforschung Hamburg), Moderation: Sybille Steinbacher | Eine Veranstaltung des AK-Geschichte in Kooperation mit dem Fritz Bauer Institut

ob im Zweiten Weltkrieg, beim Konflikt im Kongo, oder während des militärischen Einsatzes im Irak – sexuelle Erniedrigung und Vergewaltigung sind Teil des Kriegs. Aber um was für ein Gewaltphänomen handelt es sich eigentlich? Auf welche Weise ähneln oder unterscheiden sich Kriegsvergewaltigungen von sexuellen Angriffen im friedlichen Alltag? Und warum ist sexuelle Gewalt gegen Männer bis heute ein Tabu?

Um Fragen wie diese zu beantworten, haben Forscherinnen und Forscher in den letzten Jahren begonnen, das Ausmaß und die Formen sexueller Gewalttaten in bewaffneten Konflikten detaillierter zu beschreiben. Sie untersuchen, ob es eine transkulturelle Übereinkunft gibt, nach der Soldaten davon ausgehen können, quasi uneingeschränkten Zugriff auf weibliche Körper zu haben. Darüber hinaus dokumentieren sie, wann, warum und auf welche Weise Armeeführungen die sexuellen Gewalttaten ihrer Soldaten fördern oder einschränken.

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Mittwoch, 23. Juni 2010, 20.00 Uhr // Buchvorstellung mit Roman Danyluk: »Freiheit und Gerechtigkeit – Die Geschichte der Ukraine aus libertärer Sicht«

Roman Danyluk (FAU-München), Autor des Buches »FAU – Die ersten 30 Jahre«, hat ein neues Buch geschrieben.

»Freiheit und Gerechtigkeit – Die Geschichte der Ukraine aus libertärer Sicht« behandelt die Geschichte der Ukraine ab dem 9. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart. Dabei wird die Geschichte dieses Landstriches immer aus einer libertären Perspektive betrachtet. Ziel ist es den freiheitlichen Traditionen bis in unsere Zeit nachzuspüren und der westeuropäischen Öffentlichkeit erstmals konzentriert zugänglich zu machen.

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Zwei Leserbriefe in der Frankfurter Rundschau

Frankfurter Rundschau, 28.05.2010 (download pdf)

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Um die Zukunft des Klapperfeld gibt es ein Tauziehen, FR vom 19. Mai

Schreckliche Ereignisse

Vor einigen Jahren war ich auf der Kanalinsel Jersey und besuchte dort eine Gedenkstätte namens »German Underground Hospital«, wo während des Dritten Reiches in einem Bergstollen Hunderte Kriegsgefangene von der deutschen Besatzung umgebracht wurden. In der Ausstellung ist auch eine Dokumentation von Jugendlichen, die festgenommen und nach Frankfurt in das Gefängnis Klapperfeldgasse deportiert wurden. Diese 17 und 18 Jahre alten Jungen wurden von der Gestapo in diesem Gefängnis ermordet, weil sie Straßenschilder in den Besatzungsgebieten übermalt hatten. Das Ganze ist mit Fotos und Protokollen aus der Zeit dokumentiert.

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Tauziehen um Knast

Frankfurter Rundschau, 19.05.2010 (download pdf)

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Jahrelang hat sich in Frankfurt niemand für das ehemalige Polizeigewahrsam in der Klapperfeldstraße interessiert. Jetzt rückt der unheimliche Klotz im Schatten der Gerichtsgebäude immer häufiger in den Blick.

Die autonome Kulturinitiative Faites Votre Jeu hat dort vor gut einem Jahr ihr neues Domizil bezogen – und macht sich seitdem daran, die Geschichte des Orts als Gestapo-Knast und Untersuchungsgefängnis aufzuarbeiten. Die Künstlerinnen und Künstler haben Zeitzeugen ausfindig gemacht und lassen jene, die in der Klapperfeldstraße gequält wurden, in einer Dokumentation in Bild und Ton zu Wort kommen.

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Veranstaltungsreihe: »Kampf um selbstverwaltete (Frei-)räume und gegen Gentrifizierung – Vernetzungs­strategien und die Möglichkeiten linker Intervention in den öffentlichen Raum«

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Freitag, 11. Juni 2010 | 20 Uhr
»Perspektiven selbstverwalteter Räume«

Mit Vertreter_innen der Kampagne »Hände hoch – Haus her: für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt« (haendehoch.blogsport.de), des seit April besetzten »Autonomen Zentrums« in Köln-Kalk (unsersquat.blogsport.eu), des »Instituts für vergleichende Irrelevanz – ivi« (Ffm) (ivi.copyriot.com) und von »Faites votre jeu!« (Ffm). Nach der Vorstellung der Projekte sollen die Parallelen und Unterschiede im Kampf um selbstverwaltete Räume in den einzelnen Städten diskutiert werden.

Freitag, 18. Juni 2010 | 20 Uhr
»Vernetzter Kampf gegen Gentrifizierung«

Mit »Recht auf Stadt« aus Hamburg (www.rechtaufstadt.net) und »Mediaspree versenken« aus Berlin (www.ms-versenken.org). Obwohl Gentrifizierung auch hier eine Rolle spielt, gibt es – anders als in Berlin und Hamburg – noch kein stadtweites Bündnis, welches einen vernetzten, gemeinsamen Kampf gegen Verdrängung und repressive Umstrukturierung des urbanen Raums möglich machen würde. Nach der Vorstellung der Bündnisse wollen wir die Chancen und Möglichkeiten einer stadtweiten Vernetzung diskutieren.

Freitag, 2. Juli 2010 | 20 Uhr
Film und Diskussion: Empire St. Pauli

(2009, 85 Min, www.empire-stpauli.de). Der Film zeichnet die Folgen kapitalistisch zugerichteter Stadtentwicklung anhand von St. Pauli nach. Für die anschließende Diskussion sind die Filmemacher_innen angefragt.

Veranstaltungsort und Veranstaltende

Die Veranstaltungsreihe wird von der Initiative »Faites votre jeu!« in ihren Räumen im ehemaligen Polizeigefängnis »Klapperfeld« in der Frankfurter Innenstadt veranstaltet. Anschrift: Klapperfeldstraße 5, 60313 Frankfurt. Weitere Infos zur Reihe und zu »Faites votre jeu« auf: www.faitesvotrejeu.tk / Infos zur über 115-jährigen Geschichte des »Klapperfelds« auf: www.klapperfeld.de

Flyer als pdf: download

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Mittwoch, 19. Mai 2010 & Donnerstag, 20. Mai 2010 // Theater: »i.d. Strafkolonie« von Franz Kafka

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Der Besucher einer Strafkolonie soll die dort übliche Form der Rechtsausübung beurteilen. Der neue Kommandant der Kolonie scheint das System modernisieren zu wollen. Doch der für die Bestrafung verantwortliche Offizier ist ein Verehrer des alten Kommandanten, dem Erfinder der Strafprozedur. Die bestechende Logik des Verfahrens kann jedoch kaum über seine Brutalität hinwegtäuschen. Das Ergebnis der Beurteilung scheint klar, aber kommt sie nicht zu spät? Ist der Apparat nicht nur die sichtbarste Ausprägung eines Strafsystems, das sich längst jeder individuellen Kontrolle entzieht? Die Theaterformation ›Die Schwarze Schachtel‹ präsentiert ihre erste Produktion. Nach F. Kafka.

Darsteller
Mohamad Ahmadi
Fitz van Thom

Regie

Tobias Gross

Dauer
ca. 70 Min.

Die Aufführung beginnt in der Dämmerung. Bei gutem Wetter im Hof, bei schlechtem drinnen. Vorher und nachher Barbetrieb. Weitere Informationen auf www.schwarzeschachtel.de

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Das Gefängnis als politischer und kreativer Ort

Künstlerinitiative »Faites votre jeu«

»informationen – Wissenschaftliche Zeitschrift des Studienkreises Deutscher Widerstand, Nr. 71, Mai 2010, 35. Jg. (download pdf)

Die Klapperfeldgasse, mitten in der geschäftigen Innenstadt von Frankfurt, war immer ein unwirtlicher Ort. Schon im 16. Jahrhundert gab es hier ein Haus für Pestkranke, später ein Armen- und ein Zuchthaus. Seit 1886 steht hier ein wuchtiges Gebäude, von abweisenden Mauern umgeben: das frühere Polizeigefängnis. Das preußische Polizeipräsidium sperrte Häftlinge hier ein, die Gestapo nutzte die dunklen Zellen als Verhör- und Folterort. In den 1960er Jahren saßen festgenommene Teilnehmer der Studentendemonstrationen hier ein, und zuletzt mussten Flüchtlinge ihre Stunden vor der Abschiebung aus Deutschland hier verbringen. Seit 2001 wird »das Klapperfeld« offiziell nicht mehr als Gefängnis genutzt, tatsächlich saßen aber auch noch bis 2003 Häftlinge in den düsteren, unhygienischen Zellen. Dann aber, nach mehr als 115 Jahren unrühmlicher Geschichte, stand das Gebäude leer.

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Kritik an Idee für Kriminalmuseum

SPD-Antrag zu altem Gefängnis im Ortsbeirat zurückgestellt

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2010 (download pdf)

Die von einigen Stadtteilpolitikern unterstützte Idee, im ehemaligen Gefängnis an der Klapperfeldstraße ein Kriminalmuseum einzurichten, ist bei der Kulturinitiative »Faites votre jeu« auf heftige Ablehnung gestoßen. Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhof, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) hatte die museale Nutzung in der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend in einem Antrag vorgeschlagen. Darin sollte der Magistrat aufgefordert werden, zu prüfen, ob in dem Gebäude im Gerichtsviertel, das von der Kulturinitiative derzeit als »selbstverwaltetes Zentrum« genutzt wird, an die wechselvolle Verbrechensgeschichte in der Stadt erinnert werden könne.

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Geschichte hinter Gittern

Mit ihrer Aufarbeitung der Geschichte des Gefängnisses Klapperfeld hat eine Frankfurter Initiative eine Stätte der Erinnerung geschaffen. Diese könnte je.doch bald abgerissen werden.

Jungle World Nr. 19, 12.05.2010 (download pdf)

Von Maximilian Pichl

Die Initiative »Faites votre jeu« hatte im August 2008 das ehemalige Jugendzentrum Bockenheim in Frankfurt am Main besetzt. Mit einem selbstverwalteten Kulturzentrum wollte sie aktiv gegen die repressiven Umstrukturierungen der Stadt vorgehen. Lange blieben die Besetzer jedoch nicht in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums, ihnen drohte die Räumung. Mit der Stadt Frankfurt einigte sich die Initiative darauf, in das alte Polizeigefängnis Klapperfeld an der Konstablerwache umzuziehen. Die Entscheidung für den Umzug war innerhalb der Gruppe sehr umstritten. Schließlich symbolisiert das Klapperfeld wie kaum ein anderes Gebäude in der Stadt die Repressions- und Gewaltgeschichte Frankfurts.

Während des Nationalsoiialismus nutzte die Gestapo das Gefängnis, das im Jahr 1886 errichtet worden war. In den siebziger Jahren diente es als Gewahrsamsstelle für Demonstranten der außerparlamentarischen Proteste, später für die Aktivisten gegen die Startbahn West, dann, bis zu seiner Schließung, war das Klapperfeld ein Abschiebeknast. Für die Mitglieder von »Faites votre jeu« war es deshalb fraglich, ob sich ihre Arbeit an einem solchen Ort überhaupt fortsetzen lassen würde. Am Ende haben sie das Beste aus dieser Situation gemacht. Direkt nach dem Umzug gründete sich ein Arbeitskreis, der die Geschichte des Klapperfeld aufarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. In den Kellerräumen des Gefängnisses ist eine Dauerausstellung errichtet worden, die die Geschichte des Ortes dokumentiert, und die Homepage der Initiative (www.klapperfeld.de) präsentiert Interviews mit ehemaligen Inhaftierten und die Ergebnisse der Nachforschungen. Darüber hinaus verfolgt »Faites votre jeu« das Ziel, einen Raum für Selbstbestimmung zu schaffen: Regelmäßig finden politische Diskussionsrunden oder alternative Barabende statt. Das Klapperfeld ist damit zu einem· der zentralen Orte der linksalternativen Frankfurter Szene geworden.

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Sonntag, 16.Mai 2010, ab 15.00 Uhr // »Saugemütlicher auskater_innen Nachmittag«

Weil’s so schön war gleich nochmal:
Saugemütlicher auskater_innen Nachmittag, Teil 2
Kaffee, Kuchen und Konzert im Klapperfeld

Nach einem wunderbar gemütlichem Sonntag im April folgt nun die Fortsetzung im Mai. Natürlich wieder mit superleckerem selbstgebackenem Kuchen, frischen Waffeln und Live-Mucke auf die Ohren.
Diesmal am Start:

Konzert „Anna et son Accordéon“
Akkordeon-Mucke vom Feinsten, auf den Spuren der alten und neuen Chanson Française, beeinflusst durch Klezmer, Balkan Musik und mit dem gewissen Straßenmusikflair der französischen Musikbohème.

Auflegerei von und mit „Bouf“ (entspannt progressives).

Bei gutem Wetter auch im Hof!

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Mittwoch, 14. April 2010, 19.00 Uhr // Zeitzeugengespräch mit dem Holocaustüberlebenden und Autor Arno Lustiger

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Die Veranstaltung beginnt pünktlich!

Arno Lustiger geboren 1924 in Bedzin, in Polnisch-Oberschlesien war Mitglied verschiedener jüdischer Jugendorganisationen. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste er als Zwangsarbeiter in einer Rüstungsfabrik arbeiten. Ab 1943 wurde er in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte zwei Todesmärsche und konnte fliehen. Nach seiner Flucht arbeitete er als freiwilliger Dolmetscher in der amerikanischen Armee.

Nach dem Krieg, 1945 bis 1948 lebte er in dem Displaced Persons Lager Frankfurt-Zeilsheim. Ab 1948 war er an der Wiederbegrüngung und dem Aufbau der Frankfurter Jüdischen Gemeinde beteiligt. Er widmete sich der Erforschung des jüdisch-antifaschistischen Widerstands.

Mittwoch, 14. April 2010, 19.00 Uhr // Zeitzeugengespräch mit dem Holocaustüberlebenden und Autor Arno Lustiger Weiterlesen »