Halt deine Daten zusammen
Gestern war ich beim einem Kongress von Campus Grün zum Thema Datenschutz eingeladen. “Halt deine Daten zusammen und pass auf dich auf!” hatte ich den Workshop genannt, in dem es weniger um Gender und Soziale Netzwerke als um den Kontrollverlust, unterschiedliche Perspektiven auf Datenschutz und sinnvoll Strategien des Empowerments gehen sollte. Ich hatte einige Überlegungen vorangestellt, die im Anschluss kontrovers diskutiert wurden. Es ging zum einen darum, dass Datenschutzdiskurse von abstrakten Bürgern und ihren Schutzrechten ausgehen, dabei aber oft sehr mahnend und erzieherisch agieren und dabei Gefahren selten anhand von Szenarien konkret vorstellbar machen. Nur der auf Facebook spionierende Chef kommt natürlich immer wieder vor. Vor diesem Hintergrund wundert es mich nicht, warum die Schere zwischen Datenschutzbewusstsein und den Nutzungspraxen zum Teil sehr zu klaffen scheint und es würde mich auch nicht wundern, wenn viele sich insgeheim ein bisschen dumm vorkommen, weil sie das Problem nicht sehen.
Die andere Seite der Medaille ist die abschreckende Wirkung, die Datenschutz- und Privacydebatten auf Nutzer_innen haben, die sich bislang noch nicht ins Netz trauen. Darüber habe ich vor einiger Zeit schon mal etwas geschrieben. Es ging mir gestern also darum, die Diskussion ein bisschen in die Richtung der Vermittlung zu lenken – auch der Vermittlung zwischen datensparsamen Auskennern und diesen Menschen, die im Netz belangloses Zeug mitteilen, dass niemanden interessiert.

