Drama vor Lampedusa

Wie seit gestern in den Medien berichtet, hat sich vor Lampedusa — mal wieder — eine Katastrophe ereignet. Diesmal scheinen drei vollbesetze Flüchtlingsschiffe in einen Sturm geraten zu sein, es wird von rund 300 Toten ausgegangen. Das ist so schrecklich, dass die Medien das Thema wieder verstärkt aufgreifen, zum Teil auch sehr selbstreflexiv.

Wir sind gerade noch beschäftigt, uns die Fakten und Reaktionen anzuschauen. Vor allem muss diese Katastrophe in einen größeren Zusammenhang gesetzt werden, der das mehrmalige Scheitern der Nautilus Operationen, die angepeilte Kooperation mit Libyen und der allgemeinen europäischen Abschottungspolitik thematisiert. Wir melden uns wieder, check back!

Klar ist aber schon mal, dass 2009 die Möglichkeiten einer Kampagne gegen Frontex nochmal besser stehen. Die Kommentare, zumindest in den deutschen Zeitungen, tendieren dazu, Frontex in einem schlechten Licht darzustellen, und nach allem, was wir hier schon berichtet haben, ist das auch total richtig so. Besonders soll hier noch auf einen sehr guten Kommentar aus der Kölner Stadt-anzeiger verwiesen sein: Doch, Europa kann etwas dafür!

Wer bei der Kampagne dabei sein will: Im August findet auf der griechischen Insel Lesvos ein nobordercamp statt, und die Chancen stehen gut, Frontex direkt eins auswischen zu können. Dort, wo Griechenland und die Türkei nur durch 10 km Wasser getrennt sind, ist auch Frontex aktiv, und alles, was bisher zu hören war, ist grauenhaft: Dort sind es nicht die Launen der Natur, sondern bewusstes Handeln von Grenz”schützern”, welches Menschen in Lebensgefahr bringt. Mehr Infos auf der Mobilisierungsseite lesvos09.antira.info.