frequenzen

Wikileaks: Die Kruste der Geheimhaltung oder wie bestreike ich mich selbst?

Alexander Karschnia schreibt in der Berliner Gazette zwar etwas kursorisch, aber dennoch nicht unpassend über die „Lektionen des Lecks“:

„Eben das ist das Problem: Eine Macht im Staat zu sein und keine Gegenmacht, mitunter Anti-Staatsmacht. Zeitgenössische politische Theoretiker wie John Holloway aber fordern genau das – nicht länger das Spiel um die Macht im Staat mitzuspielen, sondern sie hinter sich zu lassen. Daher stellt sich die Frage, ob Assange’s Agentenkrimi wirklich subversiv ist oder nicht letztendlich stabilisierend wirkt. Nährt WikiLeaks nicht die alte Illusion der Verbesserbarkeit der Verhältnisse, während in Wirklichkeit die Verhältnisse nicht zu verbessern, sondern grundsätzlich zu verändern wären?“

Sylvie Lindeperg: Nacht und Nebel

Ich hätte gerne eine Rubrik für Bücher, die ich unbedingt lesen muss, sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe. Aus aktuellem Anlass und um einen Anfang zu machen, soeben erschienen bei Vorwerk8:

Sarrazin wegschaffen!

Hier eine einfache (legale) Aktion, die die Möglichkeit bietet, euren
Unmut über Sarrazins unsägliches Buch „Deutschland schafft sich ab“ und
dessen erschreckende Resonanz zu äußern.

Geht in ein Buchkaufhaus, nehmt ein Exemplar des Buches vom Stapel und
stellt es in ein Regal, das euch passend vorkommt, z.B. Horror,
Science-Fiction/Fantasy, Nationalsozialismus…

Wenn genug Leute mitmachen, wird das Buch ein Stück weit aus dem Verkehr
gezogen, gleichzeitig können sich Menschen darüber amüsieren oder
ärgern, wenn sie es unerwartet woanders finden.

Bitte verbreitet diesen Aufruf weiter.

Nebenwirkung: HIV-positiv. Gel statt Kondome als Schutz vor HIV?

Was in der taz heute als gute Nachricht für Frauen bezeichnet wird, ist durchaus erstaunlich: Ein Vaginal-Gel, das HIV-Viren abtötet, soll Frauen „die Möglichkeit zur eigenmächtigen HIV-Prävention“ geben. Das tolle an diesem Gel, es soll Frauen unabhängig von der Zustimmung des Mannes machen. Ein Durchbruch? Aha. Getestet wurde das Gel in Südafrika an 889 HIV-negativen Frauen. Aus der Gruppe, die das Gel erhielt infizierten sich „nur“ 38 Frauen. Aus der Gruppe, die ein Placebo erhielt, steckten sich im Versuchszeitraum dagegen 60 Frauen an. Da stellt sich nun doch die Frage nach den Versuchsbedingungen: Die Versuchsfrauen waren alle HIV-negativ, soweit so gut. Alle hatten die gleichen Sexpraktiken mit Männern, die allesamt HIV-positiv waren? Darüber schweigt sich der Artikel aus, ebenso über die weiteren Versuchsbedingungen. Was bitteschön wurde den Frauen über diesen Versuch erzählt? Und was über die Risiken, sich eben doch mit HIV zu infizieren?

Klare Worte

hat Judith Butler beim Berliner CSD gefunden, wo sie einen Preis für Zivilcourage erhalten sollte. Da sich die Veranstalter_innen des kommerziellen CSDs nicht von rassistischen und islamophoben Äußerungen distanzierten und sie sich nicht vor den Karren von Organisationen spannen lassen wolle, die im Namen einer queeren Gemeinde Kriege führten und Bündnisse eingingen, in denen Rassismus und Antisemitismus geduldet wird, lehnte Judith Butler den Preis ab. Stattdessen lobte Butler Organisator_innen des transgenialen CSDs und ließ die Laudatorin Renate Künast ebenso wie den engelsbeflügelten Moderatoren sich selbst blamieren.

Gut so Judy!

Nicht in unserem Namen!

Nicht in unserem Namen!

Am 5. Februar 2010 will Oberbürgermeister Christian Ude die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der „46. Münchner Sicherheitskonferenz“ zu einem festlichen Empfang im Alten Rathaussaal einladen. Dort möchte der OB im Namen der Stadt München Regierungschefs, Militärexperten und Minister, Politiker und Diplomaten der führenden Nato-Staaten, Generäle der Nato und der Bundeswehr sowie Wirtschafts- und Rüstungsmanager begrüßen und damit diese Militärkonferenz im Namen aller Münchner und Münchnerinnen legitimieren.

Dazu erklären wir:
Das geschieht nicht in unserem Namen!

Bitte unterstützt unsere Kampagne „Nicht in unserem Namen!“ und sendet ein E-Mail mit Eurer Zusage und einer kurzen persönlichen Stellungnahme an: nicht-mit-mir@oeku-buero.de
oder Fax: 089 – 48 76 73, Post: Ökumenisches Büro e.V., Pariser Straße 13, 81667 München
oder online: www.oeku-buero.de/nicht-in-unserem-namen.html

Installation: Die Autorität der Couch

leg dich auf die couch // fragmente // spiegelbilder // zitate // was siehst du // bist du ein ganzes? // ein mobile deiner selbst? // konfrontationen //

Eine Couch, zerbrochene Spiegel, ein Mobile – die Besucherin legt sich auf die Couch: Slavoj Zizek, Jacques Lacan, Jessica Benjamin, Luce Irigaray, Sigmund Freud, Julia Kristeva, Gilles Deleuze, Michel Foucault und Judith Butler. Zitate begleiten den Zuhörer in das Unbewusste. Am Horizont spuken die Gespenster der Binarität: Polymorphe Perversionen, transzendente Wesen und der ewig lesbische Phallus konkurrieren um die Aufmerksamkeit des Zuhörers. Melancholisch verabschiedet sich die Besucherin.
Installation // Julia Jäckel // Zara Pfeiffer

[…]

Aufstand der textilen Zeichen

20. bis 29. November 2009 | Die Färberei, Claude-Lorrain-Str. 35/RGB, München (U1/U2 Kolumbusplatz)

Aufstand der textilen Zeichen

Unter dem Titel „Aufstand der textilen Zeichen- ein künstlerisch-subversives Experiment mit Netzwerkcharakter“ wurde das Kunstprojekt von Stephanie Müller 2008 ins Leben gerufen, nun werden die Ergebnisse in der Galerie „Die Färberei“ in München ausgestellt.

Das Programm umfasst neben der Kunstausstellung auch Vorträge, Diskussionsrunden, Lesungen, Tanz- und Mode-Performances und Konzerte.