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Schwarz in Deutschland

In einem Regionalzug zwischen Siegen und Erfurt stehen zwei Jugendliche im Eingangsbereich. Die nähere oder entferntere Verwandtschaft des einen ist aufgrund des Akzentes eher in Südosteuropa zu verorten, die des anderen aufgrund der Hautfarbe und der Haare im subsaharischen Afrika. Der Hellhäutige prustet plötzlich los und zeigt nach oben auf den Aufkleber über der Türe: „Damit sie sich nicht schwarz ärgern!“ ermahnt der Werbeträger der Bahngesellschaft Menschen zum Kauf eines Tickets. Der Dunkelhäutige verdreht die Augen.

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Korrekturen am „Hinterland“

Das „Hinterland-Magazin“ des bayrischen Flüchtlingsrates hat die jüngste Ausgabe Afrika gewidmet. Dabei liest man manche interessante Meinung und leider auch einigen Unfug. So wird im Artikel „Panafrikanismus reloaded“ vom „Arbeitskreis Panafrikanismus München“ eine Neuauflage des Panafrikanismus vorgeschlagen, die im Prinzip die gleiche Leier des dagewesenen auflegt und nicht ohne alte Helden auskommt. Da wird das Loblied auf Kwame Nkrumah gesungen, der einst Ghana in die Unabhängigkeit geführt habe. Wie groß Nkrumahs Verdienst daran tatsächlich war, ist umstritten. Dass er das Land Goldküste nach dem alten Königreich Gana benannte war schon Ausdruck einer Großmannssucht, die sich im späteren Verlauf seiner Herrschaft ausprägte. Im Rahmen der „Unification“, das Hauptargument aller späteren afrikanischen Diktatoren, wurden Gewerkschaften aufgelöst und Jugendorganisationen zu staatstreuen Spitzelsystemen umfunktioniert. In der „Hinterland“ wird dies einfach verschwiegen:

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Beitrag über Frankfurt im Fanzine »Maximum RocknRoll« aus San Francisco

In der Dezember-Ausgabe des Fanzines »Maximum RocknRoll« aus San Francisco ist in der Rubrik »scene reports« einen Bericht über Frankfurt erschienen. Neben diversen Bands, Labels, Plattenläden, Kneipen und anderen besetzen und/oder selbstverwalteten Projekten finden auch die Initiative »Faites votre jeu!«, die Besetzung des ehemaligen JUZ Bockenheim und das Klapperfeld Erwähnung. Diese interkontinentale Berichterstattung möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten. Deshalb hier die entsprechenden Seiten als pdf. Wer das Magazin bestellen möchte findet es auf der Webite von »Maximum RocknRoll«.

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links for 2010-12-10

  • aber ich sehe da nicht Macht in den Händen von Bürger_innen, sondern in der Hand einer technophilen Bildungselite, die zwar diversifiziert sein mag ohne Ende (obwohl ich eher annehmen würde, daß sie eine deutliche Schlagseite in Richtung männlich, jung, weiß, westlich hat), sich ihre Legitimation zur Machtausübung aber per Selbstermächtigung und ohne Reflektion ihrer eigenen Existenzbedingungen gegeben hat. Und, überspitzt gesagt: Anders macht eine Militärjunta das unter Umständen auch nicht, wenn sie einen Putsch plant.
  • As a feminist, I believe strongly in collective action. As a riot grrrl I got behind the idea that we should "Kill Rock Stars." Not literally kill a rock star, duh. We need to kill the idea that we need rock stars, or Great Men, or figureheads, because important political action doesn't happen because of a lone hero.
  • mehr zu wikileaks, den vergewaltigungsvorwürfen und wie damit umgegangen wird
    (tags: wikileaks)

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Presseerklärung des Förderverein Roma zum Gedenktag am 16.12.2010

Anlässlich des Jahrestages des Auschwitz-Erlasses führt der Förderverein Roma e. V. eine Kundgebung am 16.12.2010, um 18.30 Uhr, Stadtgesundheitsamt Ffm., Braubachstraße 18-22 durch.

Am 16.12.42 ordnete „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler im sogenannten Auschwitz-Erlass die Massendeportation von Roma und Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz an. Es soll „Ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager“ eingewiesen werden, hieß es in dem Erlass.
Die Vorstufe zur späteren Vernichtung wurde durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Roma und Sinti geschaffen. Robert Ritter, Leiter der „Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes Berlin“ und seine enge Mitarbeiter Eva Justin waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Ihre sogenannten „rassenbiologischen“ Untersuchungen registrierten minutiös über 20.000 Roma und Sinti. Sie leisteten damit die Voraussetzung für die spätere fabrikmäßige Vernichtung.
Ritter und Justin wurden nach 1945 im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main als Medizinalrat und Psychologin beschäftigt. Obwohl bekannt war, welche zentrale Funktion beide während der NS-Zeit Inne hatten, bestanden keine Bedenken gegen die Anstellung. Ritter und Justin wurden für ihre Verbrechen nicht verurteilt.
Am 27.1.2000 wurde die durch private Mittel finanzierte Mahntafel am ehemaligen Stadtgesundheitsamt angebracht. Die Behörde ist mittlerweile umgezogen und am Gebäude in der Braubachstraße finden Renovierungsarbeiten statt. Die Tafel befindet sich zurzeit in der Geschäftsstelle des Förderverein Roma e. V. und soll nach Beendigung der Arbeiten wieder an historischem Ort angebracht werden.

Ffm., den 9.12.2010

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Leserbrief

Leserbrief zum Artikel »Schwieriges Gedenken« in der Frankfurter Rundschau vom 3. Dezember 2010 (Link zum Artikel)

Anlass für diesen Leserbrief ist die missverständliche Berichterstattung über die Podiumsdiskussion »Erinnerung wachhalten – Gedenkorte gestalten« am Mittwoch, den 1. Dezember 2010.

Laut des Artikels »Schwieriges Gedenken« vom 3. Dezember 2010 hätten wir als Vertreterinnen der Initiative »Faites votre jeu!«, die sich im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld unter anderem mit dessen Geschichte befasst, gesagt, der Ort interessiere nicht, sondern es gelte nur die richtigen Fragen aufzuwerfen. Das haben wir so weder gesagt noch gemeint.

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Barrierefreiheit

Die AG Queer Studies beschäftigt sich seit längerem in der Vortragsreihe “Jenseits der Geschlechtergrenzen” mit den Schnittpunkten von Queer und Disability Studies. Im vergangenen Januar wurde beispielsweise gemeinsam mit dem Zentrum für Disability Studies, beispielsweise ein Workshop mit Robert McRuer (Vortragsmitschnitt) und Heike Raab zu diesem Thema veranstaltet. Da es für unsere Arbeit wichtig ist, Theorie und Praxis nicht als getrennte, widersprüchliche Sphären zu denken – wir gehen vielmehr von einer Praxis der Theorieproduktion aus –, sind die Themen Barrierefreiheit und Zugänglichkeit zunehmend in den Fokus gerückt. Dabei geht es nicht nur um rollstuhlgerechte Gebäude, sondern zum Beispiel auch darum, wie auch von Hörbehinderung betroffene und kulturell gehörlose Menschen an universitären Veranstaltungen teilnehmen können.

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You Can‘t Judge A Book By Its Ebook Reader

buch lesend in der ubahn. so wie, als das noch öfter vorkam, die gekaufte schallplatte auf jedenfall, unbedingt ohne plastiktüte nach hause bringen, damit jeder sehen kann was ich da herumschleppe. wie der punk mit dem schriftzug hinten auf der lederjacke wurde jenes zu einer aussage im öffentlichen raum, eine provokation, eine abgrentzung oder bekanntmachung. sitzen wir nun alle mit grauen ebookreadern in der bahn und lesen oder gar lesen in unseren mobilen multifunktionalen telefonen?

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