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Konferenz: Cripping Neoliberalism: Interdisciplinary Perspectives on Governing and Imagining Dis/Ability and Bodily Difference

Cripping Neoliberalism: Interdisciplinary Perspectives on Governing and Imagining Dis/Ability and Bodily Difference

International interdisciplinary conference organized by Departments of Gender Studies and Anthropology, Faculty of Humanities, Charles University in Prague

Dates: October 8-9, 2010
Proposal Deadline: June 20, 2010
Host: Faculty of Humanities, Charles University in Prague, Czech Republic

The neoliberal reconfigurations (or dissolution) of ‘the social’ and the tendency to define the individual responsibility as the response to social issues have increasingly been challenged; predominantly, scholars have pointed out the overburdening impacts on the ‘private’ and supportive networks be it community, family or otherwise. Likewise, novel subjectivities emerging in response to the interpellation to manage one’s life and its risks responsibly (such as ‘the entrepreneurial self’, ‘the private self’ etc.) have been a subjected to critical discussion.

However, with few exceptions, the effects of neoliberalism have not been explored in their specific interactions with disability, nor have been their particular (dis/abling) effects on the lives of people with various forms of disabilities. Similarly unexplored remain historical contingencies of neoliberal forms of governance in relation to dis/ability and physical/psychical/mental/sensory difference.

Hence, this conference aspires to:

[…]

Vortragseinladung: 21.04.2010 – “Hermaphroditismus 1900″

Fabienne Imlinger, Mag. phil.
Der Fall des Hermaphroditen : Hermaphroditismus zwischen Autobiographie und Medizin um 1900
Mittwoch, 21. April 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Kommenden Mittwoch begeben wir uns in die Geschichte für ein geradezu paradigmatisches Thema in der Untersuchung der Herstellung von “Geschlecht”.

Vortragsabstract:

Jenseits der Geschlechtergrenzen – damit könnte, und allzu treffend, der ontoepistemologische Ort des Hermaphroditen umschrieben sein: Der Hermaphrodit ist jenseits der Geschlechtergrenzen, sowohl zeitlich als auch räumlich gesehen – außerhalb, daneben, nach, vor. Der Hermaphrodit ist jenseits der Geschlechtergrenzen, wofern er die als Raum metaphorisierte Ordnung der Geschlechter überschreitet – weder/noch, beides zugleich, dazwischen. In einer geschlechtlich binär codierten Welt ist der Hermaphrodit nicht nur ein Grenzfall; er ist der Ausnahmezustand.

In meinem Vortrag möchte ich der (natur-)wissenschaftlichen Rhetorik des Hermaphroditen als Ausnahmezustand nachgehen, wofern dies eine der hegemonialen Strategien war und ist, geschlechtlich uneindeutige Menschen in ihrer ›Jenseitigkeit‹ zu denken – mit aller Ambivalenz, die dieser dem Hermaphroditen zugewiesen onto-epistemologische Ort beinhaltet. Ausgehend vom medizinischen Diskurs in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts möchte ich zeigen, wie – möglicherweise auch warum – in historischer Perspektive insbesondere der Begriff des Monströsen für die Auseinandersetzungen um Hermaphroditismus von Bedeutung war und in der medizinischen Rhetorik auch noch prägend blieb, als Hermaphroditen sich längst vom Monster zur wissenschaftlichen Tatsache ›normalisiert‹ hatten.

Israel im Kopfkino

Petro Markaris erklärt in der taz vom 3./4./5. April die Finanzkrise Griechenlands. Dabei fühlt er sich berufen, eine griechische Reaktion auf deutsche Ressentiments folgendermaßen zu vergleichen:

“Es ist auch naiv, die Empörung der Griechen über solche Aussagen damit abzutun, dass man diese Empörung auf Traumata aus der deutschen Besatzungszeit zurückführt. Das ist ungefährt wie das Argument der Israelis, jeder, der die israelische Politik kritisiere, sei ein Antisemit.”

Egal, was diese vorherigen “Aussagen” benannten: Hier wird ein klassischer Fall von Kopfkino und vorauseilender Verleugnung nach Freud durchgeführt. Unterstellt wird, dass jeder Israeli Kritik an “israelischer Politik” als Antisemitismus abtue. Anscheinend war der Autor noch nie in Israel oder hat sich mit dem Judentum befasst, sonst würde er das dort bekannte Sprichwort kennen: “Zwei Juden, drei Meinungen.”

Terra preta – humoses Glücksversprechen

Dass die Wertschöpfung auf zwei Achsen ruht, wusste Marx sehr gut. Nicht nur die Arbeitskraft des Menschen, auch die drastische Vernutzung von natürlichen Rohstoffen wird im “Kapital” benannt. Manche vermeintliche Ökorevolution, die sich als Langzeitsicherung des Verwertungsprozesses anbiederte, entpuppte sich im Nachhinein als Verschlechterung. Palmöl beispielsweise wurde unter anderem von den Grünen als nachwachsender Rohstoff auf die Agenda gesetzt und massiv subventioniert – mit dem Ergebnis der Verwüstung indonesischer Wälder für Palmölplantagen. Den zurückbleibenden Orang Utans bleibt nicht anderes als die Palmensprosse abzuknabbern – wofür sie von den Plantagenarbeitern gefangen, getötet und verkauft werden.

Nun soll eine Wiederentdeckung – Terra Preta genannt – die Welt retten. Terra Preta soll gigantische Erträge ohne Dünger liefern und nachwachsen. Terra Preta ist im Prinzip ein oridinärer Humus, der mit Holzkohle angereichert wird. Dass prähistorische Siedlungen solche Böden produzierten ist eigentlich eine recht simple Schlußfolgerung, deren empirischer Nachweis kaum anstrengend gewesen sein dürfte. Man jubelte über solche Böden am Amazonas, unterschlug aber, dass der Brandrodungswanderfeldbau im Prinzip nichts anderes bedeutet, als Holzkohle in den Boden einzubringen. Hinzu kommen Flussniederungen, an denen auch im Amazonas reichlich Humus angeschwemmt wird, der mit der überaus verbreiteten Technik der Fäkalienzugabe längerfristig haltbar gemacht wurde. Dass sich hier noch Knöllchenbakterien ansiedeln, die Stickstoff aus der Luft binden und Pilzmyzele kräftig arbeiten ermöglicht wie überall das Anwachsen einer Humusschicht, sofern Erosion unterbunden wird. Aus dem gleichen Grund wird Leguminosenanbau und Gründüngung noch in der konservativsten Bauernzeitschrift propagiert. Eine “geniale” Entdeckung ist das Ganze nicht – lediglich die Zugabe von Holzkohle und die in weiten Teilen bereits vorher erfolgte Erforschung ihrer Funktion als Puffer und Speicher für Nährsalze ist bedingt innovativ.

[…]

kultur & gespenster #10

am 14.4.2010:
kultur & gespenster #10 release.
»literarische hermaneutik«

mit djs, theater und:

Herman U Rythmics
playing publishing house music
love & abuse.

mc seo, teppei & istari lasterfahrer

http://www.textem.de/
Zentrale, 14. April, 20 Uhr, Eintritt 5 €
Thalia Theater, Alstertor 1, 20095 Hamburg

hs19 gute laune

Angeregt durch uns selbst beschäftigen wir uns mit der guten Laune in Ismenland. Nachdem wir klären können, was uns schlecht gelaunt macht und ab wann wir überhaupt schlecht gelaunt wurden, wundern wir uns, warum wir eigentlich überhaupt noch lachen. Aber selber machen macht schön, die Rettung naht im diy, was auch für uns überraschend kommt. Wir schreiben, singen und tanzen gegen das gesellschaftliche Regenwetter und wenn wir nicht gestorben sind, dann meckern wir noch heute.

Download (mp3, 55,8 MB)

Musik: Lipstick – You ain’t no good

Link: tut_nur_so – menscheln 2.0

Vortragseinladung: 14.04.2010 – “Queering Hiphop”

Katharina Morawek (Mag.A.)
Andere Sichtbarkeiten?
Queering Hip Hop zwischen Repräsentation und Aneignung
Mittwoch, 14. April 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Für alle die sich schon auf dieses heiß diskutierte Thema gefreut haben und für alle, die es ab jetzt für ähnlich spannend halten, präsentieren wir Katharina Moraweks Vortrag zur Wahnehmung von und subversive Strategien im Hiphop. Die Referentin ist Lehrbeauftragte am Institut für das künstlerische Lehramt an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Die Autorin zu ihrem Vortrag:

Das Bild vom „sexistischen und homophoben Hip Hop“ ist eng verknüpft mit der Projektion, Kulturen des Hip Hop würden lediglich aus Schwarzen, männlichen, heterosexuellen Körpern bestehen – ein Paradigma, das die Soziologin Tricia Rose als „highly visible commercialized rap“ bezeichnet. Die Matrix, die dieser Wahrnehmung zu Grunde liegt, ist eine des Weiss-Seins, welches die eigene Position innerhalb von Populärkultur nicht hinterfragt. Doch wird das reibungslose Kursieren von mit Hip Hop verbundenen, stereotypen Bildern immer wieder von Hip Hop Artists in Frage gestellt und seit einigen Jahren sogar empfindlich gestört: Hip Hop wird offiziell ge-queert. Dabei kommen Repräsentationsstrategien zum Einsatz, die zwischen Parodie und Selbstbehauptung andere Sichtbarkeiten anstreben.
Der Vortrag wird einige Strategien queerer Artists vorstellen.