Virginie Despentes: alles platzen lassen

Der Feminismus ist kein Alphamädchen und keine Kuschelparty. Es geht nicht darum, gut auszusehen, von allen geliebt zu werden oder um jeden Preis verstanden zu werden. Auf Dauer salonfähig zu sein macht im übrigen auch gar nicht so viel Spaß. Und Virginie Despentes ist mir deshalb viel näher als irgendwelche selbsternannten neuen deutschen Mädchen:

„Der Feminismus ist eine Revolution, nicht etwa eine Neuordnung bestimmter Marketinganweisungen, keine schwammige Werbung für Fellatio oder Partnertausch, und es geht auch nicht darum, sich seinen Nebenverdienst aufzubessern. Feminismus ist ein kollektives Abenteuer, für Frauen, für Männer und für die anderen. Eine Revolution, die gut läuft. Eine Sichtweise der Welt, eine bewusste Entscheidung. Dabei geht es nicht darum, die kleinen Vorteile, die den Frauen eingeräumt werden, gegen die kleinen Errungenschaften der Männer auszuwiegen, sondern in der Tat darum, alles platzen zu lassen.
Also tschüss dann, Mädels, das war`s, und in Zukunft noch eine viel bessere Reise …“

[Virginie Despentes in King Kong Theorie]

Samstag, 5. September 2009 – 18 Uhr: »still not lovin‘ Germany«-Infoveranstaltung zur bundesweiten Demo am 10. Oktober in Leipzig

Im Jahre 2009 feiert sich die deutsche Nation: 60 Jahre Bundesrepublik und 20 Jahre »friedliche« Revolution werden begangen. In diesen Feierlichkeiten vergewissert sich die deutsche Nation ihrer selbst, präsentiert sich als Nation der Moderne und bietet der Bevölkerung einen entspannten Nationalismus, ein entspanntes Gemeinschaftsgefühl an. Um diese Angebote machen zu können, wird zurechtgebogen, was nicht passen will und der deutsche Nationalismus rehabilitiert.

In der Veranstaltung wollen wir die deutschen Mythen der Nation destruieren, erklären, warum es sich bei der deutschen Geschichte nach 1945 nicht um eine Entwicklung von Freiheit, Demokratie und Wohlstand handelt. Und wir wollen fragen, was Deutschland 2009 heißt, ob es sich hierbei um eine besondere Nation handelt oder um eine weitestgehend normalisierte Nation in der internationalen Standortkonkurrenz. Und wir wollen darlegen, warum auch 2009 weder Deutschland speziell noch Nation allgemein für positive Bezugnahmen oder ein entspanntest Zurücklehnen geeignet sind.

Die Veranstaltung ist eine inhaltliche Mobilisierungsveranstaltung für die bundesweite Demonstration am 10. Oktober 2009 in Leipzig.

Eine Veranstaltung des »Arbeitskreises 2009« (Leipzig)
Flyer als pdf: download
Infos zur Demo auf antide2009.blogsport.de

nrrrdz000001: woher wohin

nrrrdz ist da!!!111einself! Marlen (vom heiter scheitern Podcast) und ich unterhalten uns über Feminismus und Netzkultur. In der ersten Folge sprechen wir darüber, was wir mit dem Podcast vorhaben, wie wir ins Internet geraten sind, und was Geschlecht mit dem Zugang zu Technik und zum Netz zu tun haben könnte. Wir erinnern uns an die Utopie des Internet als geschlechtsneutralem Raum und überlegen, warum nichts daraus geworden ist, und wie wir das finden. Zum Schluss präsentieren wir den Facepalm des Monats, dieses Mal mit Mobile Macs.

Download (mp3, 60MB)
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Gossip spielt in München

Wie sollen wir das nur Igittyvett erklären? Die wird die nächsten Monate wohl ein radikales Schönheitsprogramm einlegen und futtern was das Zeug hält, damit sie Beth Ditto in bester körperlicher Verfassung gegenübertreten kann. Die Frage ist nur, was macht Sie, wenn Beth ihre Annäherungsversuche beim Konzert zurückweist oder sie gar von der Bettkante stößt?

Wer sich dieses spannende Ereignis nicht entgehen lassen möchte, sollte am 25.11. zum Gossip Konzert in der Tonhalle (Kultfabrik) in München gehen.

Slavoj Zizek: Die Krise bietet keine Katharsis, sie schürt unsere Fesseln noch enger

Zizek: „Wir dürfen nicht einfach den Zug der Geschichte mitfahren, wir müssen die Notbremse ziehen bevor wir an die Wand fahren. Das müssen wir uns bewusst machen, es hängt alles von uns ab. Wenn wir die historische Entwicklung einfach so weiterlaufen lassen, dann wird es in einer noch nie dagewesenen sozialen und ökologischen Katastrophe enden. Wir müssen endlich handeln, ohne darauf zu hoffen, dass ein großer Anderer oder die Geschichte auf unserer Seite ist. Niemand ist auf unserer Seite.“
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Radiobeitrag: SWR2, 22.08.2009, Journal am Abend

Ra­dio­bei­trag zur Thea­ter­auf­füh­rung „Auf der Kippe – Selbst­mord­ex­pe­ri­ment in ge­schlos­se­ner Ge­sell­schaft“. Aus­zug aus dem Pro­gramm von SWR2:

„Auf der Kippe – Selbst­mord­ex­pe­ri­ment in ge­schlos­se­ner Ge­sell­schaft“ so der Titel eines Stü­ckes der Künst­ler­grup­pe „Fai­tes votre jeu!“ Frank­furt/M. Es han­delt von den Selbst­mör­dern Klaus Mann, Ste­fan Zweig und Hein­rich von Kleist, die sich ge­mein­sam mit der Tra­gö­di­en­fi­gur Pent­hise­lea im Po­li­zei­ge­wahr­sam Klap­per­feld“ tref­fen, zu dem „Selbst­mord-​Ex­pe­ri­ment in ge­schlos­se­ner Ge­sell­schaft“./Ein Bei­trag von Ur­su­la Böh­mer
Pre­mie­re: heute Abend um 20:30 Uhr, eine wei­te­re Vor­stel­lung ist am 23. Au­gust um 20:30 Uhr

Mythos Ver-männlichung

Liebe Caster,

Es freut uns zu hören, dass Du nicht mal mehr zwei Minuten brauchst um 800 Meter zu laufen. Vielleicht hättest Du jedoch nicht gleich zwei Sekunden schneller als Deine Konkurrentinnen sein müssen, hätte nicht eine Sekunde gereicht? Ihr rückt den Männern (gerade im Laufen doch zusehends auf die Pelle) Das ist bedrohlich für eine Sportwelt, die Leistungen nach Geschlecht beurteilt. Das macht den Organisationen schon Angst, wenn da so ein Wirbelwind wie Du dahergerannt kommt, der partout nicht in die Vorstellung einer weiblichen Läuferin passen will.

Überlegen wir mal, was wäre passiert, wenn Usain Bolt statt einen Rekord nach dem anderen zu laufen, plötzlich langsamer gewesen wäre, ein bißchen breiter um die Hüften und vielleicht sogar ein bißchen Brustansatz. Natürlich man hätte sich über die Ernährungsgewohnheiten oder eine plötzliche Medikamenten (doping?) Umstellung des Läufers gewundert, man hätte leise gelacht über seine „weibliche“ Erscheinung und vielleicht hätte sich der eine oder andere Amerikaner ins Sprinterbein gepinkelt vor Freude (Tyson Gay), aber sicherlich hätte man seine Ver-weiblichung nicht als Bedrohung empfunden.

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