Kulturindustrie und Stadtentwicklung – Moderne Urbanität als Form vermittelter Herrschaft

Tagesseminar in Frankfurt/Main am Samstag, den 13. Juni 2009 Club Voltaire (KL: Hochstraße 5, 60313 Frankfurt/Main) Voranmeldung wird nicht benötigt, ist jedoch durchaus erwünscht unter: kulturindustrie-und-stadtentwicklung@gmx.de Die Architektur von Gebäuden wie die Planung von Stadtteilen und öffentlichen (bzw. semiöffentlichen oder privaten) Plätzen und Räumen hängt nicht nur mit einer rationalen und/oder pragmatischen Nutzung von verfügbarer Fläche zusammen. Sie reproduzieren und manifestieren zugleich gegenwärtige gesellschaftliche Verhältnisse. Dies ist selbstverständlich keine neue Feststellung. Gebäude- und Stadtplanung waren stets ein fester Bestandteil von Herrschaftsinszenierungen und Demonstrationen von Klassenverhältnissen. Daran hat sich mit einer vermeintlich offen zugänglichen Stadtwelt im Laufe der Kultur-industrie nichts geändert. Jedoch nimmt dieser Bereich von Öffentlichkeit unter den ständigen „Fortschritten“ kapitalistischer Produktionsweisen wie auch kulturindustrieller Weiterentwicklung ständig andere Dimensionen in Anspruch und erreicht somit neue Qualitäten, deren Resultat und Prozess wir momentan auch in Frankfurt erfahren können. Es ist gerade an der modernen Stadtentwicklung abzulesen, wie die altbürgerliche Trennung von arbeitsweltlicher, privater und freizeitlicher Lebensgestaltung dazu tendiert, aufgehoben zu werden. Reine Wohn- und Arbeitsviertel entstehen nicht mehr; eher scheint das Ziel eine Art „organische Verschmelzung“ zu sein. Zudem erkämpfen sich die Städte im Zuge der Standortpolitik mit spektakulären Bauten und Vierteln ihre Konkurrenzfähigkeit zurück, die sie mit der einstigen Standardisierung der Städte durch die (meist ähnlichen) Planungen von Shopping-Malls, und Einkaufsstraßen verloren haben. Einzigartigkeit unter Demonstration von Kapitalressourcen, Konsumattraktivität, einem (möglichen) hohen Lebensstandard und attraktive Arbeitsorte sind Teile der Planung. Als Beispiele können hier das PalaisQuartier (vormals:FrankfurtHochVier bzw. Zeil-Projekt), das Deutschherrnufer oder ganz allgemein die Gestaltung der „Skyline“ von „Mainhattan“ angeführt werden: Projekte, die die Klassenverhältnisse an- bzw. aussprechen und somit auch Herrschaftsverhältnisse und deren Ausbau sichtbar machen. Hieran zeigt sich u.a. der Zusammenhang von Ästhetik und Herrschaft. Äußere Gestaltung von Fassaden oder die bestimmte Verwendung von Materialien und Bauweisen in Anlehnung an Retro-Stile versetzen den Betrachter in bestimmte Haltungen zu Gebäude und Umwelt. Was innerhalb der Städteentwicklung- und -planung als Vorstellung fixiert wird, stimmt jedoch nicht immer mit dem überein, wohin sie sich entwickeln nd wodurch öffentliche Räume, Plätze und Viertel sich definieren; sei es real oder kulturindustriell vermittelt. Wird das Frankfurter Bahnhofsviertel in Spektakel-reportagen als Ort von Drogenkonsum/-kriminalität und Prostitution dargestellt oder Sossenheim (wahlweise auch: Rödelheim, Frankfurter Berg, Gallus usw.) als Vorstadtghetto präsentiert, ist dies zugleich die Produktion gefährlicher Orte, die man meiden sollte. Hohe Polizeipräsenz und das Aufrüsten öffentlicher Plätze mit Überwachungskameras sollen dem Aufkommen von Hysterie entgegenwirken. Auch hierin liegt ein Aspekt von Herrschaftsproduktion: Großstädte sind scheinbar keine sicheren Plätze; Gegenmaßnahmen sind erforderlich; Schutz soll garantiert werden – zumindest in der Imagination. Realität wird kultur-industriell überarbeitet und verfremdet und reproduziert sich in einer bestimmten Haltung der Passanten wiederum getreu der medialen Schilderung – und wird dadurch erst zur Realität. Interessant ist unter dem Aspekt von Kulturindustrie und Stadtentwicklung die kritische Auseinandersetzung mit Planung/Gestaltung, vermeintlicher Entwicklung (auch im autonomen Sinne) und Darstellung, da herrschende Ausgrenzung ebenso zum Ausdruck kommt wie die Symbolisierung von Herrschaft, die es nach wie vor noch gibt. Was symbolisieren neue Bauten im Stadtbild und wie verläuft die Entwicklung von Stadtvierteln im Hinblick auf mediale Darstellung und beabsichtigter Planung? Was wird produziert und wie wirkt es sich auf die Entwicklung im Umgang mit der Stadt als Lebensort zurück? Was sind Ein- und Ausschlussmechanismen? Wie funktionieren diese? Werden diese in der Architektur berücksichtigt? Gibt es eine reflexive Architektur? All dies sind Fragen, denen wir uns in der Reihe ‚Kulturindustrie und Stadtentwicklung – Moderne Urbanität als Form vermittelter Herrschaft’ nähern wollen, um diese gemeinsam diskutieren zu können.

Seminarplan Beginn 12.00h Begrüßung und Einführung in die Veranstaltung. 12.30h Martin Niederauer: Kulturindustrie und Stadtentwicklung Vortrag und Diskussion 14.30h Christine Resch: Das Frankfurter Deutschherrnufer: eine Kulturindustrie-Studie 17.00h Johanna Hoerning: Groß, größer, mega – Städte als Orte des Fortschritts und der Dekadenz 18.30h Abschlussdiskussion Voraussichtliches Ende ca. 19.30h Zwischen den einzelnen Vorträgen sind jeweils Pausen eingeplant. Für Verpflegung und Getränke ist gesorgt!!
Martin Niederauer: Kulturindustrie und Stadtentwicklung – Eine Einführung Die Theorie der Kulturindustrie, wie sie Theodor W. Adorno und Max Horkheimer vor allem in ihrer Dialektik der Aufklärung ausformulieren, zeigt in ihrem Kern auf, wie intellektuelle (beziehungsweise kulturelle) Erzeugnisse unter den Imperativen kapitalistischer Warenproduktion verlaufen. Darin spiegelt die warenförmige Strukturierung kultureller Artefakte nicht nur die Brüche einer durch vorherrschende Produktionsweisen definierten Gesellschaft wieder. Ebenso wird darin auf die Vermittlung von Herrschaft durch die Kulturindustrie eingegangen. Die Einführung in die Theorie Horkheimers und Adornos zeigt auf, was Kulturindustrie ist, was diese mit Stadtentwicklung zu tun hat und wie gesellschaftliche Entwicklungen anhand kultureller Artefakte reflexiv erschlossen werden können. Martin Niederauer (Diplomsoziologe), studierte Soziologie in Trier und Frankfurt am Main. Christine Resch: Das Frankfurter Deutschherrnufer: eine Kulturindustrie-Studie Die ersten Beispiele im Kulturindustrie-Kapitel der Dialektik der Aufklärung (Horkheimer und Adorno 1944/47) sind solche aus dem Bereich der Architektur. Architektur ist Kulturindustrie. Sie ist es als in Stein, Stahl und Glas gebaute Herrschaft auf besonders realitätsmächtige Weise. Seit den 1940er Jahren hat sich jedoch verändert, wie sich Kulturindustrie in einzelnen Artefakten, so auch in Gebäuden manifestiert. Was Architektur in der „Wissens-“ und im Unterschied zur „Industriegesellschaft“ auszeichnet, soll einleitend skizziert werden. Am Beispiel des Frankfurter Deutschherrnufers wird dann eine konkrete Interpretation vorgeführt. Das Gesamtensemble, die Selbstdarstellungen der Architekten und Immobilienmakler, die Architektur einzelner Gebäude und die verschiedenen Erfahrungen der Nutzer werden einbezogen. Christine Resch, PD Dr.phil., studierte in Frankfurt/M. Gesellschaftswissenschaften. Vertritt dort zur Zeit die Professur von Heinz Steinert am Arbeitsschwerpunkt "Devianz und Soziale Ausschließung". Johanna Hoerning: Groß, größer, mega – Städte als Orte des Fortschritts und der Dekadenz Wie (über)lebt man im „Chaos“, im „Moloch“, in der „Steinwüste“? Eine ambivalente Faszination, die von der als „unmenschlich“ bewerteten gebautenUmwelt in den großen Städten ausgeht, ist ein durchgängiger Topos in der Auseinandersetzung mit großen Agglomerationen. Den sog. Megastädten wird heute Ambivalenz vor allem angesichts der Parallelität von Rückständigkeit (etwa kulturell oder Produktions- und Lebensweisen betreffend) und hochtechnologisierter Zukunftstauglichkeit attestiert. Die Ballungsräume versammeln demnach das „Gute“ und das „Schlechte“ in einzigartiger Weise. Der Vortrag hinterfragt herrschende Vorstellungen über die Besonderheiten sehr großer Städte, wie sie medial, aber auch im Wissenschaftsdiskurs vermittelt werden. Sie bringen nicht nur normative Ansichten über Stadtentwicklung auswestlicher Perspektive zum Aus-druck, sondern stellen auch wirkmächtige Grundlagen politischer Handlungsmaxime dar. Johanna Hoerning (Diplomsoziologin), studierte Soziologie in Frankfurt am Main, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am „Institut für Soziologie und Sozialpolitik m. d. Schwerpunkt Regional-, Stadt- u. Gemeindeforschung“.

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Max Klebb ist tot. Rosa Perutz erscheint.

Die nachfolgenden Thesen wurden am 21.02.09 von den Mitgliedern von Max Klebb vorgestellt. Max Klebb, der verlorene Sohn des exilierten Glaciologen Max Perutz und der russischen Agentin des Spectre, Rosa Klebb, bestand zur Gründung und Herstellung eines Zusammenhangs zur antinationalen Kollektivierung in der Kunst. Max Klebb war kein Organisationskern, dem man sich anschliessen kann, sondern ein Vorläufer, ein Anfang. Heute nun möchten wir mit Euch zusammen Rosa Perutz erscheinen lassen, die Zwillingsschwester von Max Klebb, mit der wir hier im Raum ein Waffenarsenal zum Angriff auf den Nationalismus aufstellen wollen. Gemeinsam mit Euch wollen wir über die Herstellung eines Zusammenhangs diskutieren, der keine wöchentliche politische Kaderorganisation und auch kein dauerbespamter Emailverteiler ist, sondern nach alternativen Möglichkeiten einer Praxis sucht. [...]

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Menschen Zoo Krefeld – Wieder ein “Afrika Tag” in einem deutschen Zoo

zookrefeld
For an English version see here: again africa show in german zoo.
Menschen Zoo Tag in Krefeld: Neben artbedrohten Gorillas darf man am 21.Mai 2009 im Zoo Krefeld auch arme Waisenkinder in Uganda oder hilfsbedürftige SchülerInnen in Ghana “füttern” helfen. Denn der Zoo veranstaltet einen sog. Afrika Tag in seinem Tiergehege. via http://blacknrw.wordpress.com/2009/05/06/zoo-krefeld-wieder-ein-afrika-tag-in-einem-deutschen-zoo/

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Nitribitt-News 09#2

Zwo mal Solo mit Klaus Walter

#o1 Wurzellose Kosmopoliten a Go Go #o2 “I just want to hear something I haven´t heard before.” (John Peel) --------------------------------------------------------------------------------------------------- *Wurzellose Kosmopoliten a Go Go* Buchpräsentation mit Musik – Kommentiertes Auflegen mit Klaus Walter “Die Heebie Jeebies im CBGB´s” – unter diesem Titel untersucht Steven Lee Beeber ein Thema, auf das noch keiner gekommen war: „Die jüdischen Wurzeln des Punk“. Donnerstag, 7.5., 20 Uhr Jüdisches Museum Frankfurt -------------------------------------------------------------------------------------------------- *“I just want to hear something I haven´t heard before.” (John Peel)* Nachdenken über Peel heißt nachdenken über Radio - Kommentiertes Auflegen mit Klaus Walter Freitag, 8.5.09, 20 Uhr cafetrauma, Marburg -------------------------------------------------------------------------------------------------- Enjoy, Dirk Kretschmer für *Nitribitt - Frankfurter Ökonomien *Kontingent, unformatiert, dogmatisch, unterfinanziert, interdisziplinär, romantisch

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QUERFRONT 2009

http://www.dielinke-nds.de/images/stories/finanzkrise.gif personalisierung und psychologisierung gesellschaftlicher strukturen/verhältnisse €-taste war wohl kaputt

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Ein Interview, das nicht erscheinen durfte…

Ein Interview, das nicht erscheinen durfte... Nach einem Vortrag in Frankfurt bat mich das "Friedensjournal" um ein Interview über das Verhältnis der Linken zum Nahostkonflikt. Erscheinen konnte es dann doch nicht. Die Redaktion freute sich zwar über meine Kritik an den Antideutschen, aber die Bezeichnung der Hamas als "extrem reaktionär" konnte sie nun wirklich nicht akzeptieren. Das war dem "Friedensjournal" wohl zu friedlich. Deswegen veröffentliche ich das Interview hier: Deutschland/Israel/Palästina – eine schwierige Beziehungsfindung Interview mit Dr. Peter Ullrich (Universität Leipzig)

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innenstadtperformance ffm

LOS GEHT'S: 19.3. Barabend u.m. in der Knobbe 20.3. Innenstadtperformance 22.30 uhr/jürgen ponto platz, Spaziergang und Party im Bahnhofsviertel ... What would we do? Usually drink, usually dance, usually babble - wildes Partyleben, einstudierte Posen - all we want to do is: something else! Es geht von Punkt A) über B) zu C). Innenstadtperformance, ein Snack auf dem Weg, ein Schnaps hinterher. Ein Schwung Leute gemeinsam unterwegs zum Ort X und dann wer weiß wohin. Kunst trifft Politik, der Mensch seine Stadt und alles ist in Bewegung. Die Grenzen zwischen BetrachterInnen und KünstlerInnen, zwischen Drinnen und Draußen verschwimmen. Kultur als soziale Herausforderung, welche am materiellen und sozialen Fundament der Partylandschaft nagt. Die Party als performativer Akt, zwischen Dir und mir und beliebig vielen Dritten. :::LALA°HEY:::performance÷spaziergang÷party::: wir freuen uns!!!

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diskus update

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singing in the rain AIDS Politik Krise im oder des neoliberalen Finanzkapitalismus? CRISIS? WHAT CRISIS? Zum Verhältnis der Weltwirtschaftskrise 1929 und heute Stell die Verbindung her Interview mit »Die Sterne«…

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