rhizom

Wikitruth bei Kulla

Ich hab seit Monaten eine nicht zu Ende formulierte Überlegung zu Wikileaks auf Platte, die ungefähr so geht:

Wikileaks legt nahe, dass das Offenlegen von Informationen entscheidend ist, um den Lauf der Dinge zu verändern. Die Wahrheit zu erfahren allein reicht aber nicht. Wir wissen, dass Kriege abgefuckt sind, dass im Irak gefoltert und Zivilist_innen getötet wurden. Das macht die Sache nicht weniger kompliziert. Eine Haltung ist damit noch lange nicht in Sicht. Alle Jubeljahre kann es natürlich auch mal vorkommen, dass eine Wahrheit ans Tageslicht kommt, die eine Sache ganz anders aussehen lässt. Wo wirklich vertuscht wurde, wo die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt worden ist. Aber Politik läuft im Regelfall nicht so ab. Interessenkonflikte, systemische Widersprüche, Machtansprüche oder meinetwegen auch das Ringen um Konsens bestimmen das Geschäft. Wikileaks beruht auf der Idee, dass die Wahrheit reicht, damit das Kartenhaus der Mächtigen zusammenfällt. Auf mich macht vieles von dem Gerede rund um Wikileaks dein Eindruck, als ginge es darum, durch die Aufdeckung der Wahrheit das Kartenhaus der Mächtigen einstürzen zu lassen.

Samstag, 30. Oktober 2010, 12 Uhr // Abschiebungen über den Frankfurter Flughafen verhindern lernen

Dies ist eine Einladung mit uns zusammen zu lernen, Abschiebungen über Frankfurt gemeinsam zu verhindern. Und das Gelernte danach in die Tat umzusetzen.

Wir wollen uns am Samstag den 30.10 einen Tag Zeit nehmen, um uns gegenseitig beizubringen, was alles getan werden kann, um Abschiebungen über den Frankfurter Flughafen zu verhindern. Zu tun gibt es genug – die Zahl von statistisch gesehen 10 Abschiebungen am Tag über den Frankfurter Flughafen macht die Runde. Vor allem wird es um Abschiebungen gehen, bei denen bekannt ist, dass die betroffene Person sich wehren wird.

Podcast: Homo Historicus

Gerade höre ich die dritte Folge von homo historicus. Der Podcast über “Vergangenes, Geschichte und Erinnerungen” wird von Frank Beutell (@frellpumpkin) gemacht, der in Marburg Politikwissenschaft studiert. In jeder Folge gibt es ein ausführliches Interview mit einem_r Wissenschaftler_in über Fachthemen wie Staatenlosigkeit, die Wende 1989 oder Erinnerungspolitik. Leute, die Podcasts à la CRE mögen, sich für geschichts- oder politikwissenschaftliche Perspektiven interessieren und die ein manchmal etwas professoraler Ton nicht abschreckt sollten sich homo historicus anhören.

Sonntag, 24. Oktober 2010, 13.00 Uhr // Flohmarkt im Klapperfeld

Am Sonntag, 24. Oktober 2010 um 13 Uhr findet zum ersten Mal ein Flohmarkt im Klapperfeld statt.

Alle Standbetreiber_innen können ab 12.30 Uhr mit dem Aufbau beginnen. Wer bis jetzt noch keinen Stand bei uns angemeldet hat, kann trotzdem gerne mit seinen Sachen vorbeikommen.

Für Kaffee ist gesorgt, Kuchenspenden sind erwünscht!

Standgebühr: frei (Spenden erwünscht!)

hs25 das optimal-ideal der wissenden körper in der populärpolitik

Voll wissenschaftlich geht es in unser drittes Jahr!
Nachdem wir in Prag ordentliche Queer-Theoretiker_Innen WissenschaftsScheiternde waren, nehmen wir uns das Thema queer und Wissenschaft vor und betreiben – im guten Anschluss an feministische Wissenschaftskritik – queere Konferenzkritik. Da geht es um Ausschlüsse, Ignoranz, Reflexion und das Glück, in Hamburg Gender und Queer Studies (R.I.P.) studiert zu haben. Marlen macht uns endlich mal wieder den Erklärbär und wir können am Ende noch mit dem großen Missverständnis über Queer Theory aufräumen – wir lösen nicht nur Geschlechter, sondern schließlich und endlich ALLES auf.
Das wird man doch wohl noch machen dürfen.

Mittwoch, 27. Oktober 2010, 19.30 Uhr // Davidstern und Lederball – Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball


Foto vom Titel des Buches: Dietrich Schulze-Marmeling (Hrsg.): Davidstern und Lederball – Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball

Vortrag von und Diskussion mit Dietrich Schulze-Marmeling, Autor und Fußballhistoriker; Veranstaltende: Arbeitskreis Geschichte

Jüdische Bürger spielten im deutschen und internationalen Fußball einst eine bedeutende und prägende Rolle – als Funktionäre, Mäzene, Trainer und / oder Spieler. So u.a. bei Bayern München, Eintracht Frankfurt, 1.FC Nürnberg, Austria Wien, MTK Budapest oder AS Rom.

Gedenktafel zur Erinnerung an Günter Sare und seine Tötung vor 25 Jahren

Günter Sare starb am 28. September 1985 bei einem Wasser­werfer­einsatz der hes­sischen Polizei. Günter hatte an einer Kund­gebung gegen eine Wahl­kampf­veran­staltung der NPD im Bürger­haus Gallus teil­genom­men. Zahl­reiche Demons­trant_innen hatten versucht, den Zugang zum Haus Gallus zu blockieren.

Die »Autonome Gruppe zur Erinnerung an Günter Sare« hat 25 Jahre nach seinem Tod in der Nacht vom 12. zum 13. Oktober eine Gedenktafel zur Erinnerung an Günter Sare an der Frankenallee, Ecke Huf­nagel­straße, angebracht.

Gegen die Masse, nicht die Messe

Heute erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Artikel zur »GEGEN BUCH MASSE«. Auch die Initiative »Faites votre jeu!« beteiligt sich seit drei Jahren an der Veranstaltungsreihe, die seit 1996 jährlich parallel zur Frankfurter Buchmesse linken Autor_innen und Verlagen ein Forum für kritische Gedanken bietet. Aus diesem Grund möchten wir euch den Artikel hier nicht vorenthalten:

verspätung

Teuerste Podcast-Konsumierende!

Der Podcast feierte am vergangenen Sonntag (3.10.) in aller Bedächtigkeit 2jähriges Bestehen!
Darauf ein nachträgliches *Stößchen* an dieser Stelle und vielen Dank für eure unermüdliche Treue!

…und Geduld, denn wir sind auf kurzweiliger Reise und an unserem eigentlichen heiter scheitern-Termin nicht da, schwören jedoch pflichtbewusst und gewissensgebeutelt die monatliche Folge nachzureichen.

Alles Gute.

Euer scheiter-haufen

Offenen Brief unterzeichnen!

Offener Brief gegen die Unterstützung fundamentalistischer Abtreibungsgegner durch die CDU/CSU

Am 18. September 2010 fand in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt, der vom „Bundesverband Lebensrecht“ organisiert wurde. Bei dieser Demonstration wurden verschiedene Grußworte von prominenten Mitgliedern der CDU und CSU verlesen, unter anderem von Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Karl-Theodor zu Guttenberg (Bundesverteidigungsminister), Volker Kauder (Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion), Wolfgang Bosbach (Innenausschuss-Vorsitzender des Deutschen Bundestages), Peter Müller (Ministerpräsident des Saarlands), Martin Kastler (CSU-Europaabgeordneter), Johannes Singhammer (CSU-Abgeordneter), Philipp Mißfelder (Vorsitzender der Jungen Union). [mehr]

Deutsche Klotüren

Nazis raus, Islamisten raus, Sexualstraftäter raus, Integrationsunwillige raus, Bundeswehr raus (aus Afghanistan): der normale Deutsche ist von einer Klotüre nicht zu unterscheiden, egal ob er Parteichef der SPD oder CDU, Linksparteilich eingestellt oder Nationalist oder gerne auch beides ist. Deutschland will partout nicht in der Moderne ankommen, es ist schon dem Namen nach kein Staat wie die USA sondern Land, Territorium, Boden, mit seiner völkischen Eigenschaft „Deutsch“ so fest verschweisst, dass daraus auch nie ein bloß geographisches wie Großbritannien zu werden vermag. Integration und Territorialität werden eins. Was auch immer diskutiert wird, es endet damit, dass jemand das Land oder die Partei oder die Stadt verlassen soll. Diese Obsession der Abspaltung verweist auf Abgründiges, zumindest aber auf den zwanghaften Wunsch, Probleme nicht durchdenken zu wollen. Und es zeugt von einer aggressiven Empathielosigkeit gegenüber Vorgängen, die „draußen“ stattfinden. Das Ausschaffen, Rausschmeißen, Exilieren wird zum Fetisch.