frankfurt

Filmabend mit Diskussion: xxy

Mädchen oder Junge? Anscheinend beides.

Alex ist 15 und intersexuell aufgrund „einer seltenen Laune der Natur“, wie es im Ankündigungstext des Verleihs bezeichnenderweise heißt. Denn das preisgekrönte Spielfilmdebüt der Argentinierin Lucía Puenzo scheint weniger die Zweigeschlechtlichkeit zu dekonstruieren als die Zwischengeschlechtlichkeit zu naturalisieren.
Sehenswert ist diese Coming-of-Age-Geschichte vor allem als dramatisches Plädoyer für sexuelle Selbstbestimmung, das den existenziellen Anpassungsdruck fühlbar werden lässt, unter dem steht, wer sich nicht ins Raster der Heteronormativität einfügt.

Veranstaltet von „schwestern von gestern“
am 23. Februar 2011, 20.30 Uhr
translib im IVI (3. Stock) | Kettenhofweg 130 | 60325 Frankfurt am Main

Redefine Criticism

Kapitalismus, Krise, Integration

Seit dem Zusammenbruch des realexistierenden Sozialismus Anfang der 1990er Jahre und der damit einhergehenden Spekulation über das »Ende der Geschichte« (Francis Fukuyama), schien die Marxsche Theorie praktisch und theoretisch endgültig widerlegt. Dabei hätte gerade dieser Zusammenbruch die Möglichkeit geboten, den alten Marx neu zu entdecken – und zwar jenseits ideologischer Vorstellungen der staatssozialistischen Parteien.

Angesichts der großen Relevanz ökonomischer Krisen im Marxschen Werk schien sich dieses Desinteresse mit der »Finanzkrise« schlagartig gewendet zu haben. Das anfängliche Interesse verschwand allerdings aus den Debatten bevor der Kapitalismus in seiner grundsätzlichen Funktionsweise dargestellt worden ist. Stattdessen gewinnen inzwischen reaktionäre Krisenerklärungen (z.B. Sarrazin-Thesen) zunehmend an Bedeutung.

Judith Butler and Gayatri Chakravorty Spivak

In conversation with Nikita Dhawan & María do Mar Castro Varela

What is Critique?

Persistently to critique a structure that one cannot not (wish to) inhabit… (Spivak)

…it is from this condition, the tear in the fabric of our epistemological web, that the practice of critique emerges (Butler)

Saturday, 21st May 2011, 18-21h, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HS 1 (Audimax), Grüneburgplatz 1, Goethe-University Frankfurt, Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies

Free admission. Limited seats. Please register at: butler.spivak.frcps@googlemail.com

Pressemitteilung 07.02.2011 ­– Erfolgreiche Eröffnung der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« / Begleitprogramm hat begonnen

Am Samstag, dem 5. Februar 2010 eröffneten »Faites votre jeu!« und die Gruppe »No Border Ffm« im Klapperfeld in Frankfurt am Main die Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«. Die Ausstellung widmet sich auf anschauliche Weise der restriktiven deutschen Asylpolitik. Vor allem die Auswirkungen der im Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Menschenwürde höchst fragwürdigen Residenzpflicht werden hier nachvollziehbar. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar zu sehen sein.

Impressionen von der Eröffnung der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«

Hier einige Eindrücke von der Ausstellungseröffnung »Residenzpflicht – Invisible Borders« am Samstag, den 5. Februar 2011.

5. Februar – 24. Februar 2011
Ehemaliges Polizeigefängnis Klapperfeld
Klapperfeldstraße 5
60313 Frankfurt

Öffnungszeiten: Dienstag & Donnerstag: 17 – 20 Uhr; Mittwoch: 10 – 13 Uhr; Samstag & Sonntag: 15 – 18 Uhr

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Asyl-Ausstellung im Klapperfeld

www.journal-frankfurt.de, 03.02.2011

Von Franziska Jung


Foto: Faites votre jeu

Die Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« macht im ehemaligen Abschiebegefängnis Klapperfeld Station. Gezeigt werden die Umstände, unter denen Asylbewerber in Deutschland leben.

Nassfeuchter Geruch, von der Zeit zerfressenes, metallenes Interieur und eingeritzte Inschriften in den schweren Eisentüren der leeren Zellen – die Insignien der Insassen lassen vermuten wie ein Aufenthalt in dem ehemaligen Abschiebeknast Klapperfeld gewesen sein muss. Wenn man die Ausstellungsräume und verlassenen Gefängniszellen im zweiten Stock betritt, kann man kaum glauben, dass hier bis 2003 noch Menschen inhaftiert waren.

Pressemitteilung 26.01.2011 – Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« vom 5. bis zum 24. Februar im Klapperfeld

Am 5. Februar 2010 eröffnen »Faites votre jeu!« und die Gruppe »No Border Ffm« im Klapperfeld in Frankfurt am Main die Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«. Die Ausstellung widmet sich auf anschauliche Weise der restriktiven deutschen Asylpolitik. Vor allem die Auswirkungen der im Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Menschenwürde höchst fragwürdigen Residenzpflicht werden hier erfahrbar. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar zu sehen sein.

5. bis 24. Februar 2011: Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« im Klapperfeld

Für Flüchtlinge im Asylverfahren oder mit Status der Duldung existieren in Deutschland an alltäglichen Orten unsichtbare Grenzen. Sie dürfen sich z.B. aufgrund der sogenannten »Residenzpflicht« nur innerhalb eines ihnen zugewiesenen Landkreises oder Bundes­landes bewegen. Gleichzeitig werden sie verpflichtet, in Flüchtlingsheimen und -lagern oft am Rande oder außerhalb von Siedlungsgebieten zu wohnen.

Gutscheinsysteme statt Bargeldleistungen, aber auch Personen­kontrollen von als »fremd« wahrgenommenen Menschen an Bahn­höfen und in Zügen führen zur Markierung von Flüchtlingen und tragen zur gesellschaftlichen Isolation bei.

Beitrag über Frankfurt im Fanzine »Maximum RocknRoll« aus San Francisco

In der Dezember-Ausgabe des Fanzines »Maximum RocknRoll« aus San Francisco ist in der Rubrik »scene reports« einen Bericht über Frankfurt erschienen. Neben diversen Bands, Labels, Plattenläden, Kneipen und anderen besetzen und/oder selbstverwalteten Projekten finden auch die Initiative »Faites votre jeu!«, die Besetzung des ehemaligen JUZ Bockenheim und das Klapperfeld Erwähnung. Diese interkontinentale Berichterstattung möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten. Deshalb hier die entsprechenden Seiten als pdf. Wer das Magazin bestellen möchte findet es auf der Webite von »Maximum RocknRoll«.

Presseerklärung des Förderverein Roma zum Gedenktag am 16.12.2010

Anlässlich des Jahrestages des Auschwitz-Erlasses führt der Förderverein Roma e. V. eine Kundgebung am 16.12.2010, um 18.30 Uhr, Stadtgesundheitsamt Ffm., Braubachstraße 18-22 durch.

Am 16.12.42 ordnete „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler im sogenannten Auschwitz-Erlass die Massendeportation von Roma und Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz an. Es soll „Ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager“ eingewiesen werden, hieß es in dem Erlass.
Die Vorstufe zur späteren Vernichtung wurde durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Roma und Sinti geschaffen. Robert Ritter, Leiter der „Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes Berlin“ und seine enge Mitarbeiter Eva Justin waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Ihre sogenannten „rassenbiologischen“ Untersuchungen registrierten minutiös über 20.000 Roma und Sinti. Sie leisteten damit die Voraussetzung für die spätere fabrikmäßige Vernichtung.
Ritter und Justin wurden nach 1945 im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main als Medizinalrat und Psychologin beschäftigt. Obwohl bekannt war, welche zentrale Funktion beide während der NS-Zeit Inne hatten, bestanden keine Bedenken gegen die Anstellung. Ritter und Justin wurden für ihre Verbrechen nicht verurteilt.
Am 27.1.2000 wurde die durch private Mittel finanzierte Mahntafel am ehemaligen Stadtgesundheitsamt angebracht. Die Behörde ist mittlerweile umgezogen und am Gebäude in der Braubachstraße finden Renovierungsarbeiten statt. Die Tafel befindet sich zurzeit in der Geschäftsstelle des Förderverein Roma e. V. und soll nach Beendigung der Arbeiten wieder an historischem Ort angebracht werden.

Ffm., den 9.12.2010