unkultur

Leben im Superlativ. Radio im Allgemeinen und Mary Anne Hobbs im Besonderen

„The illest selection with beats of the planet today.“ Im Hintergrund ein Jingle mit Benga und Warrior Queen. Ich kann diesen 2562 Track nicht mehr hören, der als Hintergrundberauschung läuft. Dabei ist das „Aerial“-Album eigentlich ganz gut, aber die Verjingelung packt eine neue, eindeutige Bedeutung auf den Track.

Warum auch immer die TAZ gerade die BBC Radio 1 Radiomoderatorin Mary Anne Hobbs entdeckt hat und ein Interview mit ihr führt. Auf welch traurigem Niveau hierzulande Musik verhandelt wird, zeigt sich an Fragen wie „Dubstep gehört in den Club, man muss dazu tanzen. Wieso funktioniert es dennoch übers Radio, in Ihrer Sendung?“ Der Sound von BBC Radio 1 ist zwar in Deutschland „irgendwas mysteriöses“, in UK aber chartstauglich.

Die Designbuchhandlung

Als hätten die Bücher eine dicke Patina angesetzt. Passt ja zum Laden in der Ecke, wo die Wände mit bunt-bunt einen auf authentisch Berliner Hinterhof machen. Über die Street Art hier könnte man eine Schutzschicht ziehen. Die ganze Ecke ist sowieso ganz furchtbar und all die Leute hier. Im Flur zwängt sich eine Touristenfamilie mit […]

Eine Frage des Stils

In der Süddeutschen befindet sich eine Besprechung des neuens Buchs „Payback“ von Frank Schirrmacher. Darin findet sich folgender Gedanke, der scheinbar als so relevant erachtet wird, dass ihm ein eigener Abschnitt zugedacht wird: Die Tatsache, dass in Schirrmachers Buch von „Tweeds“ die Rede sei, wo eigentlich „Tweets“ gemeint seien, würde sein Anliegen diskreditieren. Warum eigentlich? Wird der Sinn so grotestk entstellt, dass die ursprüngliche Intention nicht erkennbar ist durch diesen Fauxpas hindurch?

[…]

Die Sache mit der Postmoderne

Kurzer unfertiger Gedankengang, später weiter ausformulieren: Das wütende Eindreschen auf die Postmoderne basiert der Öfteren selbst auf einem antimodernen, reaktionären Ressentiment. Mit einer ans Unverschämte grenzende Beliebigkeit werden Phänomen dem Etikett „postmodern“ zugeschlagen. Ist ja auch ganz praktisch – da sich die postmoderne angeblich durch total Beliebigkeit auszeichnet, rechtfertigt dies das eigene Umherwüten und Schnaufen. […]

Fuckparade 2009

Wie immer findet die Fuckparade einmal im Jahr statt und wie immer sind die dort vertretenen politischen Inhalte fragwürdig bis jenseits von grenzwertig. So auch am vergangenen Samstag. Mit dem Satz „Berlin gehört den Berlinern und nicht ein paar global agierenden Kapitalisten und Möchtegern-Demokraten“ endete der Aufruf zur Fuckparade 2009 und dies entspricht dem […]

Caspa Essential Mix

Meine gesammelten Ambivalenzen in Dubstep kulminieren sich in Caspa´s Tracks. Macht ja Spaß, dieser extreme aufgebohrte Geezer-Sound mit akkustischen Lasereffekten und Großraumdiskoanspruch. Andererseits geht so Dubstep den Bach runter. Der Pfad von Garage und Drum´n Bass ist beschritten und Wobble scheint alle anderen Arten des Sounds zu verdrängen. „Dub“ und „Deepness“ scheinen da nicht mehr […]

Megaspree Blogschau

Zur gestrigen Megaspree-Demo wurde an anderer Stelle nahezu alles relevante schon gesagt: Starblog polemisiert in Herrengedecke und andere Scheußlichkeiten in manifesthafter Form über die auf der Demo vertretenen Forderungen. Ausführlicher nimmt das Blog el in Megaspree die Demo auseinander.
Einzig hinzuzufügen wäre von meiner Seite noch, die Sache mit der Abtreibung: Kultur als abgetriebenes Kind und […]

Immergleiches

Eine kurze Replik auf die Rezension des Sammelbands „Zur aktuellen Situation des Immergleichen“ im Conne Island Newsflyer.
Wenn alles Immergleich ist und bleibt, kann ich mir auch die Kartographierung des aktuellen Standes sparen. Dann hätte an Stelle des Buches der Befund „G-W-G´“ genügt. Statt eine weitere Ware auf den ohnehin übersättigten Buchmarkt zu werfen, hätte man […]

Künstler Nachrufe

Vielleicht muss ich den Standort von Graffiti doch noch näher ausleuchten. Außerhalb der Institutionen scheint es nicht zu liegen; heute fand ich in der New York Times einen Nachruf für den Sprücher Iz the Wiz. Natürlich mit Historifizierung und des Narrativs einer Künstlerbiographie: das Phänomen fand in einer bestimmten Epoche statt, der betreffende Künstler hat das und das gemacht und ist deswegen relevant wegen jener Leistung. […]

Vorträge Street Art und Kapitalismuskritik Juni 2009

Vortrag Street Art und Kapitalismuskritik, anschließend Konzert
Mittwoch, 24. Juni 2009, 19 Uhr
Erfurt, Kunsthaus Erfurt / Michaelisstr. 34
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Vortrag Street Art und Kapitalismuskritik
Donnerstag, 25. Juni 2009, 20 Uhr
Weimar, ACC Weimar / Burgplatz 1
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Warum sollten wir reden?

Sich über politische Sachverhalte zu verständigen – wozu soll das gut sein? Politische Diskussionen in der Linken sind Studentensport, bei dem überschüssige Energien losgelassen werden. Und das von denjenigen, die durch ihre schulische Ausbildung für´s Denken zugerichtet sind. Außerhalb dieses Kontext macht sich kaum jemand die Mühe, den verquasteten Gedankenanstrengungen zu folgen.
Wie da diskutiert wird, […]