Mythos Ver-männlichung

Liebe Caster,

Es freut uns zu hören, dass Du nicht mal mehr zwei Minuten brauchst um 800 Meter zu laufen. Vielleicht hättest Du jedoch nicht gleich zwei Sekunden schneller als Deine Konkurrentinnen sein müssen, hätte nicht eine Sekunde gereicht? Ihr rückt den Männern (gerade im Laufen doch zusehends auf die Pelle) Das ist bedrohlich für eine Sportwelt, die Leistungen nach Geschlecht beurteilt. Das macht den Organisationen schon Angst, wenn da so ein Wirbelwind wie Du dahergerannt kommt, der partout nicht in die Vorstellung einer weiblichen Läuferin passen will.

Überlegen wir mal, was wäre passiert, wenn Usain Bolt statt einen Rekord nach dem anderen zu laufen, plötzlich langsamer gewesen wäre, ein bißchen breiter um die Hüften und vielleicht sogar ein bißchen Brustansatz. Natürlich man hätte sich über die Ernährungsgewohnheiten oder eine plötzliche Medikamenten (doping?) Umstellung des Läufers gewundert, man hätte leise gelacht über seine „weibliche“ Erscheinung und vielleicht hätte sich der eine oder andere Amerikaner ins Sprinterbein gepinkelt vor Freude (Tyson Gay), aber sicherlich hätte man seine Ver-weiblichung nicht als Bedrohung empfunden.

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Gängeviertel

Gestern Abend war ich in den letzten Überresten des Hamburger Gängeviertels, wo Künstler_innen mit einer Besetzung gegen den Abriss protestieren. Hintergrundinfos gibt es auf gaengeviertel.info, den aktuellen Stand der Entwicklung erfahrt ihr ebenfalls dort, oder auf twitter. Oder besucht das Gängeviertel, sprecht mit den Leuten und schaut euch die Exponate in der kleinen Ausstellung über das Viertel an.
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Selbstmord hinter Stacheldraht

Stu­die­ren­de ma­chen das eins­ti­ge Ge­fäng­nis an der Klap­per­feld­stra­ße zur Thea­ter­büh­ne

Frank­fur­ter Rund­schau, 25.​08.​2009 (down­load pdf)

Von Kris­tia­ne Schnei­der

Dra­ma­tik ge­hört zum Thea­ter im Klap­per­feld. (Bild: Schick)

Der Mensch ist doch auch im Krei­se jeg­li­cher Freun­de immer nur al­lei­ne. Froh kann ich nur in mei­ner ei­ge­nen Ge­sell­schaft sein – das kann man nicht unter Men­schen.“ Es war eine eher düs­te­re Sicht auf die Welt, die Stu­die­ren­de der Frank­fur­ter Hoch­schu­le für Musik und Dar­stel­len­de Kunst, der Goe­the-​Uni, der Bil­den­den Kunst­uni­ver­si­tät Wien und der Fried­rich-​Alex­an­der-​Uni­ver­si­tät Er­lan­gen-​Nürn­berg am Wo­chen­en­de ver­brei­te­ten.
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freaky – queer art conference vom 28.-30.08.2009 Berlin

Zeitgenössische Kunstpraxen aus queer-theoretischer Perspektive betrachtet.

Die Konferenz „freaky“ hat Kunst- und Queertheoretiker_innen eingeladen vier künstlerische Arbeiten zu besprechen. Natürlich sind diese vier Arbeiten während der Konferenz zu sehen.

Die Debatte fokussiert sich auf Queer freaks, queere Exotika und Differenzen.

Ein Film- und Performance Programm wird weitere Perspektiven, kün­stlerisches Material und visuelle/ linguistische Praxen beisteuern.

Ort: Naunynstraße 27, Berlin (U-Bahn Kottbusser Tor)

weitere Infos:: www.freaktheory.de

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Fuckparade 2009

Wie immer findet die Fuckparade einmal im Jahr statt und wie immer sind die dort vertretenen politischen Inhalte fragwürdig bis jenseits von grenzwertig. So auch am vergangenen Samstag. Mit dem Satz „Berlin gehört den Berlinern und nicht ein paar global agierenden Kapitalisten und Möchtegern-Demokraten“ endete der Aufruf zur Fuckparade 2009 und dies entspricht dem […]

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Янка Дягилева

ich bin vom einschlafen nachmittags wiedererwacht und dachte ich muss mir jetzt die eine in deutschland gepresste platte von janka kaufen ( eine sibirische untergrund musikerin aus der udssr in den 80ern, man könnte es auch punk nennen), habe sie leider nicht gefunden. jedenfalls weiss ich das dort eine katze drauf ist. dafür habe ich aber das zusammengetragen:

»Janka Djagilewa, (geboren Jana Stanislavovna Djagileva, Russisch: Яна Станиславовна Дягилева, geboren am 4. September 1966, Tod 9. Mai 1991) war ein russischer Dichter und Musiker, bekannt für sein Engagement in der U-Rock-Szene, in Sibirien und der Sowjetunion am Ende des 1980 — Jahrhunderts und dem Beginn der 1990-Jahrhundert. Djagileva einer engeren Zusammenarbeit mit der Zeit Jegor Letova von Grazjdanskaja Oborona und spielten zusammen in der Band-Projekt Veliki Oktjabri.«

(quelle wikipedia norwegen)

On May 9, 1991, she left her home in the countryside where she lived with her family and disappeared. On May 17, she was found dead in the river Inya, probably committed suicide after long depression, although this version was never officially confirmed.«

(quelle wikipedia england)

webseite http://yanka.lenin.ru

musik zum laden: http://store.yanka.lenin.ru/mp3/

discogs: http://www.discogs.com/artist/Янка?noanv=1
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Verantwortlichkeit als verteiltes System

Google muss nach einem Gerichtsurteil die Identität einer anonymen Blogger.com-Userin weitergeben. Ihr Blog war dem Modell Liskula Cohen gewidmet, die sie dort u.a. als “skank” und “ho” bezeichnete. Cohen kann jetzt zivilrechtliche Schritte einlegen, wird dies aber Presseberichten zu folge nicht tun.1 In der feministischen Blogosphäre wurde in Redaktion auf das Urteil mal wieder einiges über Trolle, Belästigungen und Diffamierungen geschrieben, und zuerst wollte ich nur den Link zu Jessica Valentis Text über anonyme Trolls posten, aber das Thema verdient mehr Aufmerksamkeit.

Als Teil der Redaktion eines online Fanzines mit Community habe ich mich jahrelang mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Es geht ja nicht nur um Trolle, die anonyme Wüteriche, mit denen eh niemand was zu tun haben will. Es sind auch Leute, die eigentlich zur “Community” gehören, aber manchmal einen “Humor” an den Tag legen, der nicht auszuhalten ist. Er hat in die immer gleichen rassistischen, sexistischen, behindertenfeindlichen (you name it) Kerben, soll provozieren, verletzt Leute und stabilisiert Machtverhältnisse. Die Seitenbetreiber_innen denken sich tausend Methoden aus, um mit diesem Problemen umzugehen. Problem Nummer 1: Moderation ist kompliziert und aufwändig, und gerade für Hobbyprojekte ab einer gewissen Größe kaum noch zu leisten. Problem Nummer 2: User_innen für alle Zeiten aussperren geht nicht. Problem Nummer 3: Gerichtich vorgehen will eigentlich niemand, denn auch das kostet Zeit und Geld, und überhaupt hatten wir uns das mit dem Internet so nicht vorgestellt. Es bleibt also schwierig, und dazu kommt: Andere Leute aus der “Community” solidarisieren sich, mit dem immer gleichen Argument, im echten Leben würde die Person so etwas doch nie sagen, ja noch nicht einmal denken. Und überhaupt: Meinungsfreiheit! Political Correctness! Zensur!
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Zitat des Tages – Jin Haritaworn

„Die Neuerfindung der deutschen Gesellschaft als „schwulenfreundlich“ geschieht durch die Verschiebung von Homophobie auf ihre Ränder, die sich spezifisch lokalisieren lassen. … Bilder v.a. schwuler Intimität spielen eine zentrale Rolle in der medialen Verbreitung eines neuen Diskurses über „migrantische Homophobie“.“

Jin Haritaworn (2009): Kiss-Ins und Dragqueens. Sexuelle Spektakel von Kiez und Nation. In: AG Queer Studies (Hrsg:): Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen. Hamburg, S.53 u. 41.

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