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Radiosendungen im Dezember 2009

Auch im Dezember werden wir wieder zwei der vielen wunderbaren Vorträge, die in unserer Vorlesungsreihe gehalten werden auf FSK, dem freien Radio in Hamburg, senden (93 MHz Antenne, 101.4 MHz Kabel oder überall als Livestream). Zu Beginn des Monats, am 7.12. um 14 Uhr schicken wir einen sehr lohnenswerten Vortrag in den Äther, der bereits im Sommersemseter 2008 bei uns gehalten wurde. Darin gehen Katrin Billerbeck und Nele Bastian der Frage nach, wie, mit welchen Instrumenten und welcher Wissensproduktion Prostitution gegenwärtig regiert wird.

Als zweites Schmankerl haben wir für Euch dann am 21.12., wiederum um 14 Uhr, einen Vortrag von Sophinette Becker in welchem sie die Potentiale und Grenzen des poststrukturalistischen Genderdiskurses kritisch beleuchtet und den Fragen der gesellschaftlichen Einbettung, der Subjekte und der emanzipatorischen Lebenspraxen nachgeht.

Außerdem gibt es in den Sendungen natürlich wie gewohnt überraschende Musikkombinationen und einige Veranstaltungstipps in Hamburg – reinlauschen lohnt also…

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„Beyond Belonging“ – mit Jasbir Puar und David L. Eng

Im Zuge der Reihe „Beyond Belonging – Translokal“ vom HAU und Ballhaus Naunynstr. sind nicht nur sehr viele, sehr spannende Theaterstücke und Performances rund um Diaspora, Migration, Heimat und Zugehörigkeit angekündigt, sondern auch diverse Diskussionsveranstaltungen.

Unter anderem sei der Vortrag MELANCHOLIE UND MIGRATION von DAVID L. ENG am 11. NOVEMBER 2009 / 19.00 UHR / HAU 2 hervorgehoben.

„Für David L. Eng ist Migration von der Melancholie der Mimikry und der Trauer des Exils geprägt. Melancholie geht für ihn nicht nur aus einem unbetrauerten Verlust, sondern auch aus dem Scheitern an einer strukturell unerfüllbaren Integrationsforderung hervor. Engs politische Strategie besteht darin, Melancholie zu entpathologisieren. Nicht sie ist das Problem, sondern die Gesellschaft, in der sie entsteht. Eng spricht über Affekt, Melancholie und Politik im Zusammenhang asiatischer Migration in die USA.“

Die Voträge HOMOPHOBIE UND RASSISMUS von MARÍA DO MAR CASTRO VARELA und JASIBIR K. PUAR am 11. NOVEMBER 2009 / 20.00 UHR / HAU 2 bilden eine wunderbare Ergänzung.

„Im Rahmen postkolonialer Kritik demontiert María do Mar Castro Varela die Aufteilungslogik „homophober Migrant versus toleranter Westen“. Auf die Zuschreibungen normaler und abweichender Sexualität in kolonialen Zivilisierungsmissionen verweisend, diskutiert sie, wie sexuelle Normierung und homophobe Gewalt in der Kolonialgeschichte produziert wurden.
Jasbir K. Puar verhandelt die Wirkungen von Homonormativität. Ihre These ist, dass bestimmte queere Lebensformen in den USA von einer Figur des Todes (AIDS, Perversion) zu einer des Lebens übergegangen sind (Homo-Ehe, Homo-Familie, Gesundheit). Sie untersucht, inwieweit dieser queere „turn to life“ Rassismen verstärkt.“

http://www.hebbel-am-ufer.de/de/kuenstler/kuenstler_16459.html?HAU=2

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zum 25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Zentrales Aktionswochenende

am 27.-29.11.09 in Frankfurt am Main

Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen wurde erstmals 1981 von Feministinnen aus Lateinamerika und der Karibik ausgerufen. Sie erinnerten an die Schwestern Patria Mercedes, Minerva und María Teresa Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik aufgrund ihres Widerstandes gegen die Diktatur verschleppt, vergewaltigt und ermordet worden sind und zu Symbolfiguren des Widerstands wurden. Die vierte Schwester Dedé hatte überlebt und konnte über den Kampf und das Leben der Schwestern berichten.

Das Aktionswochenende in Frankfurt wird vom „Üri“ ausgerichtet, einem überregionalen Bündnis von autonomen feministischen FrauenLesben und FrauenLesbenTrans Gruppen, die sich seit 2003 regelmäßig treffen. Bereits 2005 hatte das Üri ein Aktionswochenende zum 25. November von verschiedenen feministischen Gruppen in Hamburg koordiniert. Schwerpunkte waren Proteste gegen rassistische und sexistische Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen wie z.B. in den Zulieferfirmen von Tchibo und H&M und bei der ungleichen Gesundheitsversorgung von Flüchtlingsfrauen. Bei allen Aktionen ist es dem Üri ein Anliegen, sowohl theoretische als auch praktische Nadelstiche gegen das Patriarchat zu setzen.

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Aufgeklärte Deutsche – antisemitische Migranten?

Vom Thema Antisemitismus unter Migrant_innen, mit dem sich auch ein älterer Text von Café Morgenland beschäftigt, handelt ein Artikel (.pdf) von Wolfram Stender. Dass Judenfeindschaft auch in der so genannten Einwanderungsgesellschaft existiert, lässt sich nicht leugnen, das Problem der diesbezüglichen Diskussionen der letzten Jahre sind ihre oft pauschalen Unterstellungen. In Veröffentlichungen wie denen von […]

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Links vom 5. bis 17. Oktober 2009

Nach dem Klick!

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Samstag, 17.10.2009 // 21.30 Uhr: Calais-Soli-Barabend


Soli-Barabend

für die Betroffenen der Räumung des Flüchtlingscamps in Calais (Frankreich)
mit Film zum Alltag im Camp (22 Uhr)

Calais – Was denn das?

Calais ist eine französische Kleinstadt an der Küste zum Ärmelkanal. In und um Calais warten mindesten 2.000 Migrant_innen aus verschiedensten Ländern darauf, den Kanal nach England überqueren zu können. Die Kontrollen wurden in den letzten Monaten massiv verschärft. Am 22. September 2009 wurde der größte dortige „Jungel“ (Gebiet, in dem Migrant_innen ihre Unterkünfte errichtet hatten) gewaltsam mittels Polizei geräumt, die Unterkünfte zerstört und zahlreiche Menschen in Haft genommen.
Außerdem haben Großbritannien und Frankreich vereinbart, ein Abschiebelager in Calais zu errichten und zusätzliche finanzielle Mittel zur Grenzsicherung bereitzustellen. Momentan ist die Lage vor Ort weiter prekär und Solidarität und Informationsweitergabe wichtig!

Warum diese Veranstaltung?

Auf der Veranstaltung wird es die Möglichkeit geben, sich genauer mit der Situation in Calais auseinander zu setzen. Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung wird ein Film sein, der in einem der Räume angesehen werden kann.
Vor allem geht es bei dem Soli-Barabend darum, etwas Geld zusammen zu bekommen, um die Migrant_innen, die durch die Räumungsaktion am 22. September ihre Unterkünfte und Zelte verloren haben, zu unterstützen.

Weitere Infos auf:
http://calaismigrantsolidarity.wordpress.com

http://no-racism.net/article/3099

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Frontex reagiert

Nachdem der Unmut über Frontex nach dem gestrigen Bericht in Report Mainz zumindest im Internet gut sichtbar ist, geht Frontex in die Gegenoffensive. Associated Press berichtet:

Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex hat Medienberichte zurückgewiesen, denen zufolge tausende Bootsflüchtlinge mitten auf der Überfahrt Richtung Europa zur Umkehr gezwungen wurden. Zwar seien im vergangenen Jahr tatsächlich 5.969 Bootsflüchtlinge nach Senegal oder Mauretanien zurückgeschickt worden, teilte ein Frontex-Sprecher am Dienstag unter Verweis auf eine bereits im Februar veröffentlichte Statistik mit. Sie hätten sich aber noch in den Hoheitsgewässern der beiden westafrikanischen Staaten befunden, dies bedeute eine Entfernung von rund 22 Kilometern von der Küste.

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Die Sache mit der Postmoderne

Kurzer unfertiger Gedankengang, später weiter ausformulieren: Das wütende Eindreschen auf die Postmoderne basiert der Öfteren selbst auf einem antimodernen, reaktionären Ressentiment. Mit einer ans Unverschämte grenzende Beliebigkeit werden Phänomen dem Etikett „postmodern“ zugeschlagen. Ist ja auch ganz praktisch – da sich die postmoderne angeblich durch total Beliebigkeit auszeichnet, rechtfertigt dies das eigene Umherwüten und Schnaufen. […]

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Dienstag, 6. Oktober 2009, 19.00 Uhr // »Grenzerfahrungen – No Boder Camp Lesvos 09«

Politischer Reisebericht zu Theorie und Praxis des EU-Grenzregimes und des »No-Border-Camps« auf Lesvos im August 2009 mit Bildern, Videos und Ouzo-Bar.

Begleitende Fotoausstellung von 1. bis zum 17. Oktober 2009
Fotoausstellung: Grenzerfahrungen – No Boder Camp Lesvos 09

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Wigstöckel vom 2.-4.10.2009

Es ist wieder soweit – das Wigstöckel Festival steht vor der Tür. Vom 2.-4. Oktober findet das große Transgender Event zum mittlerweile vierten Mal in Berlin statt.

Parallel zur Trans*Tagung sind diesmal Aktivist_innen des serbischen Kollektivs Queer Beograd mit Freunden aus Schweden und England zu Gast.

Das Festival startet am Freitag den 2.10. mit einer Podiumsdiskussion im Schwuz: Transphobie bekämpfen

Teilnehmer_innen: Aktivist_innen es serbischen Kollektivs Queer Beograd, Lambdaistanbul, GLADT, TransInterQueer und Transgender Europe

Der Samstag(3.10.2009) beginnt um 15Uhr mit einem Drag Workshop unter der Leitung von Toni Transit,Moritz G., Kaey. Anmeldung wird erbeten, ebenso ein Unkostenbeitrag von 5€, der aber auch den Eintritt zur abendlichen Show beinhaltet. Durchgeführt wird der Workshop bei TRIQ.
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Antisemitische Veranstaltung im Club Voltaire verhindern!

Von: Andreas Waibel

Liebe Mitglieder und Freunde des Club Voltaire, Liebe Antifaschisten

Der Club Voltaire ist ein Ort, wo Linke und Demokraten verschiedener
Coleur
diskutieren und Veranstaltung durchführen können. Dies gilt
grundsätzlich auch für kontroverse Meinungen. Eine Grenze ist aber
dort erreicht, wo eindeutig reaktionäre, antidemokratische und
antisemitische Inhalt propagiert werden und eine kritische Diskussion
nicht ermöglicht wird. Ein solcher Fall liegt bei der geplanten
Veranstaltung “Die Bandbreite und Medien zwischen Realität und
Scheinwelt” der Gruppe “Arbeiterfotografie” am 9.10.2009 vor.

Die Gruppe “Arbeiterfotografie” propagiert Verschwörungstheorien zum
Terroranschlag vom 11.September 2001. Dabei geht sie soweit,
amerikanischen und israelischen Geheimdiensten zu unterstellen, dass
sie den Massenmord selbst verübt haben. Bei der Veranstaltung im CV
soll auch der Verschwörungstheoretiker Elias Davidson auftreten, der
die Nazis für “bescheiden” im Vergleich zur heutigen Politik der USA
und Israels hält. Davidson selbst wird als “jüdischer Ausnahmemusiker”
angepriesen. Vor diesem politischen Zusammenhang kann man das nur so
verstehen, dass alle Juden, die den 11.September nicht für das Werk
des Mossad halten, als Nicht-Ausnahmen stigmatisiert werden.

Die Gruppe “Arbeiterfotografie” verbreitet Verschwörungstheorien gegen
den Volksaufstand im Iran und verteidigt das Regime von
Ahmadinedschad. Im Einklang mit dem iranischen Präsidenten behauptet
sie z.B., dass die ermordete Studentin Neda in Wirklichkeit von
westlichen Diensten erschossen wurde. Während unsere iranischen
Genossinnen und Genossen im Iran im Gefängnis sitzen, gefoltert und
vergewaltigt werden, leugnet die “Arbeiterfotografie” die Verbrechen
und preist den iranischen Präsidenten als Vorkämpfer gegen den
Rassismus und die “zionistische” Weltherrschaft.

Die Gruppe “Arbeiterfotografie” arbeitet Hand in Hand mit
Verschwörungstheoretikern aus dem Umfeld der sogenannten “Infokrieger”
und organisiert gemeinsam mit ihnen Veranstaltungen. Das Weltbild
dieser Leute beinhaltet auch die Propagierung von
Verschwörungstheorien zum Zweiten Weltkrieg. In der Szene der
Verschwörungstheoretiker werden Bücher wie “War Deutschland allein
schuld?” und “Das Deutschlandprotokoll” beworben, in denen die
Alleinschuld Hitlerdeutschlands am Kriegsausbruch bestritten wird und
das heutige Deutschland als Opfer amerikanischer Besatzer dargestellt
wird. Wenn ersteinmal das Gefühl einer umfassenden Verschwörung von
“zionistischen” Geheimbünden geschaffen ist, läßt sich auch die
Geschichte entsprechend umdeuten. Zwischen den links klingenden
Theorien der “Arbeiterfotografie” und rechten Verschwörungstheorien
besteht dabei ein fließender Übergang mit belegbaren personellen
Zusammenhängen.

Viele dieser reaktionären Inhalte werden auch durch die Texte der Band
“Die Bandbreite”, die an diesem Abend im CV auftreten soll,
transportiert. Obwohl die Band ebenfalls in der Infokrieger Szene
auftritt, kann man Ihr weniger Vorwürfe machen als dem Veranstalter,
weil die Bandmitglieder offenbar aus Naivität nicht erkennen, mit wem
sie sich da einlassen. Daher ist es falsch die Diskussion alleine auf
die Musikgruppe einzuengen. Der Charakter der Veranstaltung insgesamt
ist gegen alles gerichtet, wofür der Club Voltaire steht.

Ich habe meine Bedenken und Hintergrundinformationen in die interne
Diskussion der Programmgruppe und des Vorstands eingebracht und
weitere Beweise und Recherche angeboten. Mein Ziel war es, dass wir
als Mitveranstalter diese Veranstaltung so umgestalten, dass eine
kritische Diskussion der problematischen Inhalte möglich wird. Ich bin
kein Freund von Verboten und Ausgrenzung. Es wäre besser den
reaktionären Unsinn der “Arbeiterfotografie” bei einer Diskussion zu
widerlegen, als die Veranstaltung abzusagen.

Doch dies hat einen Teil der Aktiven der Programmgruppe des Club
Voltaire offenbar nicht interessiert. Stattdessen wurde ich persönlich
angegriffen, ohne Prüfung behauptet ich hätte keine Beweise vorgelegt
und mit Begriffen wie “Bauchgefühl” und “Klassenbewußtsein”
argumentiert. Am Ende wurde gegen meinen ausdrücklichen Widerspruch
die gesamte interne Email-Diskussion samt meiner Emailadresse an die
“Arbeiterfotografie” weitergereicht. Man hat mir noch nicht einmal
eine Kopie dieser Zusammmenstellung gegeben.

Da nun also die Befürworter dieser Veranstaltung den Streit nach außen
getragen haben, werde ich das auch tun. Ein geschlossenes Auftreten
und Verhandeln gegenüber den Hauptveranstaltern über den Charakter des
Abends ist nun nicht mehr möglich; daher bleibt nur noch die
Veranstaltung durch massive Präsenz kreativ umzugestalten oder zu
verhindern.

Keinen Fußbreit für Antisemitismus und Reaktion! Verteidigt den Club
Voltaire als Ort der Aufklärung und des Antifaschismus! Kommt alle am
Dienstag 29.9. 19:30 zur Sitzung der Programmgruppe und überzeugt die
Mitglieder diese Veranstaltung abzusagen! Wenn das nicht gelingt,
kommt am 9.10. 19:30 in den Club Voltaire und tut was nötig ist!

Andreas Waibel
1.Vorsitzender des Club Voltaire e.V.

Weitere Infos zur geplanten antisemitischen Veranstaltung im Club Voltaire

Norddeutsche Querfront: Infos zur Demonstration gegen Antisemitismus in Hamburg am 13. 12. 2009

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Zitat des Tages – Jin Haritaworn

„Die Neuerfindung der deutschen Gesellschaft als „schwulenfreundlich“ geschieht durch die Verschiebung von Homophobie auf ihre Ränder, die sich spezifisch lokalisieren lassen. … Bilder v.a. schwuler Intimität spielen eine zentrale Rolle in der medialen Verbreitung eines neuen Diskurses über „migrantische Homophobie“.“

Jin Haritaworn (2009): Kiss-Ins und Dragqueens. Sexuelle Spektakel von Kiez und Nation. In: AG Queer Studies (Hrsg:): Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen. Hamburg, S.53 u. 41.

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