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Blühende Nischen

Die Zeitschrift Testcard #19 mit dem Schwerpunkt „Blühende Nischen“ erschien zwar schon im März, bei unkultur mahlen die Mühlen aber langsamer und ich bekam die Ausgabe erst vor kurzem in die Hand.

Sehr interessant fand ich die Ausführungen im Artikel von Martin Büsser in „Das Ende der Pop-Relevanz und das Wuchern der Nischen“. Allerdings fragte ich mich, ob diese nicht eine Fortschreibung des „Mainstream der Minderheiten“-These der 1990er Jahre darstellen. Martin Büsser beschreibt den Wandel als Verlust eines musikalischen Kanons innerhalb der Rezeption von Musik sowie des Schwindens von Publikum als Masse: „Neue, auf Pop gegründet Jugendbewegungen, wollten sich einfach nicht mehr bilden.“ Nur wird man hier keine Antworten erhalten, wenn man nur darauf schaut, was fehlt und den Wandel versucht in den Kategorien von Jugendsubkulturen zu erfassen. Was ist denn dort, wo früher Bewegung gewesen wäre? Andererseits: interessiert mich das wirklich? (Der Beitrag von Jasper Nicolaisen über Bildproduktion im Internet geht in diese Richtung. Am Ende landet man bei allerhand obskuren und interessanten Phänomenen, mit Musik hat das alles nichts mehr zu tun.)

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Lady Fest Trier

Liebe ladies, gentlemen and everyone in between. Dieses Jahr wird ein Ladyfest der besonderen Art vom 13.-15. August in Trier stattfinden. Es wird interessante queerfeministische Vorträge, Workshops, Filme und eine Lesung geben. Mit dabei sind Mithu Sanyal, die über die Kulturgeschichte der Vulva referiert und Laura Méritt, die jeweils einen Vortrag über PorYes und Polyamourie hält. Samstagabend wird zusammen mit Sookee und Räuberhöhle gefeiert und anschließend die ganze Nacht getanzt. Wir würden uns freuen, viele viele Besucher_innen auf dem Ladyfest Trier begrüßen zu dürfen.

Weitere Informationen findet ihr auf unserem Blog: www.ladyfest-trier.de

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Vortragseinladung 30.06.2010 – Geschlecht & Behinderung

Dr. Anke Langner
Geschlecht und Behinderung: Zwei soziale Konstrukte treffen aufeinander
Mittwoch, 30. Juni 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079
Mit DGS- & Schriftmittlung

Anke Langner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Modellkolleg der Universität zu Köln stellt uns ihre Forschungsergebnisse zu Geschlecht in der Behindertenpädagogik vor. Doch sollte die Ableismuskritik auch praktische Konsequenzen haben, deshalb wird es Mittwoch sowohl Schriftmittlung, als auch Übersetzung in DGS (Deutsche Gebärdensprache) geben.

Die Referierende zu ihrem Vortrag

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Freitag, 2. Juli 2010, 20 Uhr // Empire St. Pauli

Empire St. Pauli – von Perlenketten und Platzverweisen

Ein Dokumentarfilm von Irene Bude und Olaf Sobczak | Produktion Steffen Jörg, GWA St. Pauli | Mini-DV, 2009, 85 Min.

»Hauptmelkzentrale St. Pauli«

Im globalen Städte-Wettbewerb setzt sich Hamburg in Konkurrenz zu anderen Metropolen. Stadtentwicklung soll günstige Standortfaktoren für Unternehmen, Investoren und Touristik gewährleisten, die letzten Lücken in der so genannten »Perlenkette« entlang des Elbufers werden imagebildend geschlossen. »Warum ist St. Pauli und der Hafen für uns in der touristischen Vermarktung so wichtig?« fragt eine Mitarbeiterin der Hamburg Tourismus GmbH. »Sie bringen die meisten Besucher: 20-25 Millionen Besucher jährlich«. Auf zahlreichen Großevents wie Hafengeburtstag, Harley-Davidson-Days, Schlagermove, Cruise Days oder Welt-Astra-Tag können sich die TouristInnen auf St. Pauli amüsieren. Für die BewohnerInnen des Stadtteils bedeutet dies zusätzlich Lärm, Vermüllung sowie Einschränkung und Privatisierung des öffentlichen Raums.

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Israelische Verteidigung

Die IDF-Seiten aufzusuchen ist kein großes Kunststück. Man trüge durch diesen Mindeststandard dazu bei, die Narratio um die Flotilla-Intervention zu glätten. Gegen den Vorwurf, Israel habe sich den Ausnahmezustand angeeignet und internationale Gesetze missachtet liest sich der folgende Bericht:

Interception of the Gaza flotilla-legal aspects.

Fazit: Die Aktion war innerhalb des geltenden internationalen Rechts legal, da bei einer rechtmäßigen Seeblockade auch ein Schiff aufgebracht werden kann, das kurz vor der Durchbrechung einer Blockade steht und in eindeutiger Absicht dahingehend handelt. Durch das Ausschlagen des Angebotes des freien israelischen Geleites zum nächsten israelischen Hafen trat dieser Fall in Kraft.

Schleierhaft ist vielen die Absicht der Flotilla-Mitglieder – ging es etwa darum, das Schiff nach Hausbesetzermanier militant zu verteidigen im Wahn, möglicherweise damit bis nach Gaza durchzukommen? Dafür sprächen die primitiven Waffen. Weitere Klarheit darüber bringt folgende Differenzierung:

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Steve Estes: Another American Dilemma

Die große Jubiläumsparty liegt nun hinter uns. Wir hatten viel Spass! Danke an alle, die dabei waren und mitgeholfen haben, den Abend im Centro Sociale so wunderbar zu machen! Ich bin immer noch ganz hin und weg, habe dann aber auf meiner to do Listen den Punkt “Podcast online stellen” entdeckt. Dem sei hiermit nachgegangen, mit einem in zweifacher Hinsicht aktuellen Thema.
Associate Professor Steve Estes von der Sonoma State University in Kalifornien war vor ca. zwei Wochen bei uns zu Gast und stellte seine Forschungsergebnisse zu Gay Citizenship, Military Service, and Civil Rights an. Die “Don’t Ask Don’t Tell” Policy, die Homosexuelle aus der US Armee ausschließen soll, wird jetzt unter Obama überprüft und könnte schon bald der Geschichte angehören. Estes hat homosexuelle, ehemalige US-amerikanische Soldat_innen zu ihrem Leben und ihrer Zeit im Militär interviewt. Im Sommersemester 2010 hat Dr. Estes eine Gastprofessur am Lehrstuhl für Nordamerikanische Geschichte an der Universität Erfurt inne.

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Klare Worte

hat Judith Butler beim Berliner CSD gefunden, wo sie einen Preis für Zivilcourage erhalten sollte. Da sich die Veranstalter_innen des kommerziellen CSDs nicht von rassistischen und islamophoben Äußerungen distanzierten und sie sich nicht vor den Karren von Organisationen spannen lassen wolle, die im Namen einer queeren Gemeinde Kriege führten und Bündnisse eingingen, in denen Rassismus und Antisemitismus geduldet wird, lehnte Judith Butler den Preis ab. Stattdessen lobte Butler Organisator_innen des transgenialen CSDs und ließ die Laudatorin Renate Künast ebenso wie den engelsbeflügelten Moderatoren sich selbst blamieren.

Gut so Judy!

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