Hommage an den Maulwurf

Der Maulwurf, Talpa europaea, ist ein wunderliches Tier. Trotz seines tagtäglichen Aufenthaltes unter der Erde erscheint er stets gepflegt in seidig glänzendem Schwarz. Seine wühlende Tätigkeit brachte ihm den Hass der deutschen Kleingärtner ein. Das Motiv des mit Spaten und Fallen Maulwürfe mordenden Rentners liegt allerdings tiefer als nur in der ästhetischen Störung des Gartenraumes oder der Versorgung der Pelzmanufakturen.

Hommage an den Maulwurf Weiterlesen »

Filmabend mit Diskussion: xxy

Mädchen oder Junge? Anscheinend beides.

Alex ist 15 und intersexuell aufgrund „einer seltenen Laune der Natur“, wie es im Ankündigungstext des Verleihs bezeichnenderweise heißt. Denn das preisgekrönte Spielfilmdebüt der Argentinierin Lucía Puenzo scheint weniger die Zweigeschlechtlichkeit zu dekonstruieren als die Zwischengeschlechtlichkeit zu naturalisieren.
Sehenswert ist diese Coming-of-Age-Geschichte vor allem als dramatisches Plädoyer für sexuelle Selbstbestimmung, das den existenziellen Anpassungsdruck fühlbar werden lässt, unter dem steht, wer sich nicht ins Raster der Heteronormativität einfügt.

Veranstaltet von „schwestern von gestern“
am 23. Februar 2011, 20.30 Uhr
translib im IVI (3. Stock) | Kettenhofweg 130 | 60325 Frankfurt am Main

Filmabend mit Diskussion: xxy Weiterlesen »

Jennifer Jäckel: Queer – Das sind die ganz verrückten

Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenZwischen Petition und Protest ist es mal wieder Zeit für einen Podcast aus der Reihe “Jenseits der Geschlechtergrenzen”. Damit ihr auch in den Semesterferien nicht ohne Input bleibt präsentieren wir euch heute einen Vortrag aus dem Sommersemester 2006. Jennifer Jäckel stellt mit dem Vortrag “‘Queer – das sind die ganz verrückten’ – Queer Politics in Deutschland im Spannungsfeld von queerer [Theorie und Praxis] und lesbisch-schwulen Politiken” Ergebnisse aus ihrer Magisterarbeit vor, die sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau geschrieben hat. Mit Hilfe zweier Gruppendiskussionen nähert sich die Soziologin darin den unterschiedlichen Begriffsverständnissen von “queer”, ihrem subversiven Gehalt und der Frage nach den Möglichkeiten politischer Zusammenarbeit.
Jenny Jäckel ist heute wissenschaftliche Mitarbeiterin im Netzwerk Frauenforschung NRW, wo sie das Projekt “Beruf Professorin: Geschlechtergerechtigkeit in Berufungsverfahren an Hochschulen in NRW” durchführt.

Jennifer Jäckel: Queer – Das sind die ganz verrückten Weiterlesen »

Mach mit: Barrierefreiheit für die Veranstaltungen des Allgemeinen Vorlesungswesens gewährleisten!

Direkt zur Petition geht es hier.

Die Universität Hamburg bietet mit dem Allgemeinen Vorlesungswesen ein sehr attraktives Veranstaltungsprogramm an, das der Öffentlichkeit – Studierenden wie Nicht-Studierenden – frei und kostenlos zugänglich ist. Dieses Angebot bleibt aber interessierten schwerhörigen, gehörlosen und ertaubten BürgerInnen verwehrt, weil sie nicht oder nur schwer verstehen können und keine kommunikative Barrierefreiheit gewährleistet ist.
Aus diesem Grund haben das Zentrum für Disability Studies (ZeDiS), die AG Queer Studies und die Interessengemeinschaft der Deaf studentInnen (iDeas) eine Petition gestartet, mittels der das Präsidium der Universität Hamburg dazu aufgefordert wird, den Einsatz von Gebärdensprachdolmetscher_Innen und Schriftmittler_Innen im Allgemeinen Vorlesungswesen (AVW) durch die Bereitstellung von Mitteln zu ermöglichen. Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention sind alle Staaten Deutschland dazu aufgefordert, die Prinzipien der Barrierefreiheit in allen öffentlichen Bereichen umzusetzen und ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu verwirklichen.

Mach mit: Barrierefreiheit für die Veranstaltungen des Allgemeinen Vorlesungswesens gewährleisten! Weiterlesen »

Redefine Criticism

Kapitalismus, Krise, Integration

Seit dem Zusammenbruch des realexistierenden Sozialismus Anfang der 1990er Jahre und der damit einhergehenden Spekulation über das »Ende der Geschichte« (Francis Fukuyama), schien die Marxsche Theorie praktisch und theoretisch endgültig widerlegt. Dabei hätte gerade dieser Zusammenbruch die Möglichkeit geboten, den alten Marx neu zu entdecken – und zwar jenseits ideologischer Vorstellungen der staatssozialistischen Parteien.

Angesichts der großen Relevanz ökonomischer Krisen im Marxschen Werk schien sich dieses Desinteresse mit der »Finanzkrise« schlagartig gewendet zu haben. Das anfängliche Interesse verschwand allerdings aus den Debatten bevor der Kapitalismus in seiner grundsätzlichen Funktionsweise dargestellt worden ist. Stattdessen gewinnen inzwischen reaktionäre Krisenerklärungen (z.B. Sarrazin-Thesen) zunehmend an Bedeutung.

Redefine Criticism Weiterlesen »

Judith Butler and Gayatri Chakravorty Spivak

In conversation with Nikita Dhawan & María do Mar Castro Varela

What is Critique?

Persistently to critique a structure that one cannot not (wish to) inhabit… (Spivak)

…it is from this condition, the tear in the fabric of our epistemological web, that the practice of critique emerges (Butler)

Saturday, 21st May 2011, 18-21h, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HS 1 (Audimax), Grüneburgplatz 1, Goethe-University Frankfurt, Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies

Free admission. Limited seats. Please register at: butler.spivak.frcps@googlemail.com

Judith Butler and Gayatri Chakravorty Spivak Weiterlesen »

Ein Gefühl wie im Gefängnis

In der Frankfurter Rundschau ist heute ein längerer Artikel zum Thema Residenzpflicht in Hessen erschienen. Auch wenn auf die aktuelle Wanderausstellung zum Thema im Klapperfeld leider nicht eingegangen, ist der Artikel trotzdem sehr interessant. Hier der Link zum Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau und zum pdf des Artikels – natürlich könnt ihr den Artikel auch einfach hier lesen.

Ein Gefühl wie im Gefängnis Weiterlesen »

Stilblüte

Wenn Vorurteile klar erkenntlich überspitzt und sterilisiert dargestellt werden und diese Einsicht zusätzlich durch filmtheoretische Betrachtung gestützt werden kann, kommuniziert der Film die Absurdität des Gezeigten und beschreibt damit sein differenziertes Gegenteil. (Quelle, Kontext)

Plus: Durch die Etablierung von Männertagen hat der AStA sich gegen Diskriminierung an der Uni Hamburg eingesetzt.

Stilblüte Weiterlesen »

Simon II in the making

Norbert Blech berichtet auf queer.de über eine neue Onlinestudie, die von der Berliner “Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung” in Auftrag gegeben und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter der Leitung von Professor Bernd Simon durchgeführt wird. Die Umfrage richtet sich an Schwule und Lesben und “andere nicht-heterosexuelle Frauen und Männer (einschließlich Trans*-Personen)”. Abgefragt werden die gefühlte Bedrohung durch “Polizisten, Fußballfans, Neonazis, katholischen und evangelischen Christen, Muslimen und Personen mit russischem, türkischem und arabischen Migrationshintergrund” sowie die Zustimmung zu Thesen à la “Den Islam in Deutschland zu akzeptieren ist gleichbedeutend mit gesellschaftlichem Rückschritt.” Die Thesen sind äußerst suggestiv formuliert und behandeln zum Schluss nur noch die Haltung gegenüber muslimische Migrant_innen.

Simon II in the making Weiterlesen »

Pressemitteilung 07.02.2011 ­– Erfolgreiche Eröffnung der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« / Begleitprogramm hat begonnen

Am Samstag, dem 5. Februar 2010 eröffneten »Faites votre jeu!« und die Gruppe »No Border Ffm« im Klapperfeld in Frankfurt am Main die Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«. Die Ausstellung widmet sich auf anschauliche Weise der restriktiven deutschen Asylpolitik. Vor allem die Auswirkungen der im Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Menschenwürde höchst fragwürdigen Residenzpflicht werden hier nachvollziehbar. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar zu sehen sein.

Pressemitteilung 07.02.2011 ­– Erfolgreiche Eröffnung der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« / Begleitprogramm hat begonnen Weiterlesen »