Vortragseinladung: 19.05.2010 – wie Erwerbslose neoliberal regiert werden

Chistian Schultz (Dipl. Psych., Soz.Päd.)
Erziehung zur Eigenverantwortung – wie Erwerbslose neoliberal regiert werden
Mittwoch, 19. Mai 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

Nachdem bereits mit Jürgen Martschukat am Beispiel der 30er angeregt über die Effekte von Arbeitslosigkeit disktutiert wurde, trägt Mittwoch ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet für die Gegenwart vor: Christian Schultz leitet die Solidarisch-Psycho-Soziale-Hilfe (SPSH), eine Beratungsstelle für Erwerbslose. Daneben unterstützte er lange Jahre das studentische Seminar “Menschenbilder in der Psychologie” als Lehrbeauftragter.

Gleichwohl der Kritischen Psychologie (Berlin School of Critical Psychology) nahe, nutzt er auch poststrukturalistisches Theorieangebot, wir können uns also auf einen theoretisch fundierten Vortrag eines Praxiserfahrenen freuen.

Texte von der SPSH: spsh.de
Texte zur Kritischen Psychologie: kripsy.de

Der Referent zu seinem Vortrag:

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hs20 man kann nicht alles zusammenlöten

GenderCamp revisited: Wir waren in Hüll und sagen alles! Wir fanden’s durchweg schön, aber voll nicht queer. Ein paar Workshopinhalte werden nacherzählt, ein paar Highlights und Kritikpunkte dazugemischt, wir loben über alles und kommen gerne wieder. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Man kann einfach nicht alles zusammenlöten.

Download (mp3, 81,6 MB)

Musik: Alexander Blu – Emptiness

Link I: ABC Hüll

Link II: GenderCamp auf Posterous

Kritik an Idee für Kriminalmuseum

SPD-Antrag zu altem Gefängnis im Ortsbeirat zurückgestellt

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2010 (download pdf)

Die von einigen Stadtteilpolitikern unterstützte Idee, im ehemaligen Gefängnis an der Klapperfeldstraße ein Kriminalmuseum einzurichten, ist bei der Kulturinitiative »Faites votre jeu« auf heftige Ablehnung gestoßen. Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhof, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) hatte die museale Nutzung in der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend in einem Antrag vorgeschlagen. Darin sollte der Magistrat aufgefordert werden, zu prüfen, ob in dem Gebäude im Gerichtsviertel, das von der Kulturinitiative derzeit als »selbstverwaltetes Zentrum« genutzt wird, an die wechselvolle Verbrechensgeschichte in der Stadt erinnert werden könne.

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Ein Zimmer in Bremen

Ab Juni werde ich auf einer halben Stelle an der Uni Bremen arbeiten. Ich bleibe in Hamburg wohnen, weil ich Hamburg mag und die Stelle befristet ist. Aber drei Mal pro Woche pendeln ist teuer und anstrengend. Darum suche ich jetzt ein Zimmer in Bremen, in dem ich zwei, vielleicht auch mal drei Nächte die Woche schlafen kann. Ich suche:

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folgend

folgerichtig kann ich nicht sagen „ich bin“ dies oder jenes. kann ich nur sagen ich möchte, unter umstenden, dieses oder jenes sein. aber was ist das jenes oder dieses. ein bild auf das ich mich anpassen will oder male ich das bild selber. stricke ich den pulli den ich vielleicht anziehen werde selber oder ist das gewebe schon in gewisser weise vorgegeben. antworten und fragen füren einen hübschen ringeltanz auf.

Geschichte hinter Gittern

Mit ihrer Aufarbeitung der Geschichte des Gefängnisses Klapperfeld hat eine Frankfurter Initiative eine Stätte der Erinnerung geschaffen. Diese könnte je.doch bald abgerissen werden.

Jungle World Nr. 19, 12.05.2010 (download pdf)

Von Maximilian Pichl

Die Initiative »Faites votre jeu« hatte im August 2008 das ehemalige Jugendzentrum Bockenheim in Frankfurt am Main besetzt. Mit einem selbstverwalteten Kulturzentrum wollte sie aktiv gegen die repressiven Umstrukturierungen der Stadt vorgehen. Lange blieben die Besetzer jedoch nicht in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums, ihnen drohte die Räumung. Mit der Stadt Frankfurt einigte sich die Initiative darauf, in das alte Polizeigefängnis Klapperfeld an der Konstablerwache umzuziehen. Die Entscheidung für den Umzug war innerhalb der Gruppe sehr umstritten. Schließlich symbolisiert das Klapperfeld wie kaum ein anderes Gebäude in der Stadt die Repressions- und Gewaltgeschichte Frankfurts.

Während des Nationalsoiialismus nutzte die Gestapo das Gefängnis, das im Jahr 1886 errichtet worden war. In den siebziger Jahren diente es als Gewahrsamsstelle für Demonstranten der außerparlamentarischen Proteste, später für die Aktivisten gegen die Startbahn West, dann, bis zu seiner Schließung, war das Klapperfeld ein Abschiebeknast. Für die Mitglieder von »Faites votre jeu« war es deshalb fraglich, ob sich ihre Arbeit an einem solchen Ort überhaupt fortsetzen lassen würde. Am Ende haben sie das Beste aus dieser Situation gemacht. Direkt nach dem Umzug gründete sich ein Arbeitskreis, der die Geschichte des Klapperfeld aufarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. In den Kellerräumen des Gefängnisses ist eine Dauerausstellung errichtet worden, die die Geschichte des Ortes dokumentiert, und die Homepage der Initiative (www.klapperfeld.de) präsentiert Interviews mit ehemaligen Inhaftierten und die Ergebnisse der Nachforschungen. Darüber hinaus verfolgt »Faites votre jeu« das Ziel, einen Raum für Selbstbestimmung zu schaffen: Regelmäßig finden politische Diskussionsrunden oder alternative Barabende statt. Das Klapperfeld ist damit zu einem· der zentralen Orte der linksalternativen Frankfurter Szene geworden.

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Sonntag, 16.Mai 2010, ab 15.00 Uhr // »Saugemütlicher auskater_innen Nachmittag«

Weil’s so schön war gleich nochmal:
Saugemütlicher auskater_innen Nachmittag, Teil 2
Kaffee, Kuchen und Konzert im Klapperfeld

Nach einem wunderbar gemütlichem Sonntag im April folgt nun die Fortsetzung im Mai. Natürlich wieder mit superleckerem selbstgebackenem Kuchen, frischen Waffeln und Live-Mucke auf die Ohren.
Diesmal am Start:

Konzert „Anna et son Accordéon“
Akkordeon-Mucke vom Feinsten, auf den Spuren der alten und neuen Chanson Française, beeinflusst durch Klezmer, Balkan Musik und mit dem gewissen Straßenmusikflair der französischen Musikbohème.

Auflegerei von und mit „Bouf“ (entspannt progressives).

Bei gutem Wetter auch im Hof!

Awww! Gendercamp

logo für das gendercamp im mai 2010 in hüllEs ist vorbei. Wie schade! Das Gendercamp war die mit Abstand beste Veranstaltung, die ich je mitorganisiert habe. Danke an alle, die da waren. Eindrücke, die Glücklich machen, könnt ihr hier oder hier lesen. Für die Dokumentation der Sessions haben wir ein Blog bei posterous eingerichtet, das schon gut gefüllt ist mit Audiomittschnitten, schriftlichen Protokollen und Fotos. Es fehlt nur noch mein Text über die extrem inspirierende Netzpolitiksession. Das wird ein bisschen komplizierter. Weil wir uns nicht voneinander trennen können, hängen wir noch zusammen im IRC ab. Bis zum nächsten Gendercamp im ABC Hüll, das wir 2011 auf jeden Fall auf die Beine Stellen wollen. Bei mixxt gibt es auch schon einen Strang dazu.

Vortragseinladung: 12.05.2010 – Biologisches Geschlecht ist gemacht

Dr. Heinz-Jürgen Voß
Biologisches Geschlecht ist gemacht – und das in vielfältigen Ausformungen
Mittwoch, 12. Mai 2010, 19ct, Von Melle Park 5 (“Wiwi Bunker”) 0079

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In unserem highlighreichen Semester freuen wir uns auf ein weiteres: Heinz-Jürgen Voß, Diplombiologe und Dr.Phil. lehrt zu Geschlecht und Biologie an diversen Universitäten und könnte auf dem Gebiet – auch biologisch – fundierter Geschlechterdekonstruktion als namenhaft angekündigt werden. Mehr von ihm und über ihn findet Ihr auf seiner Homepage und dem Blog “Das Ende des Sex”

Tipp zum Muttertag

Wer den morgigen Tag zu Ehren der Mutter nicht nur begehen, sondern vor dem Hintergrund der Mythisierung versus Prekarisierung von Mutterschaft hinterfragen möchte, sei auf den Stream der Sendung Scobel „Mythos Mutter“ u.a. mit Barbara Vinken aufmerksam gemacht. Spannend sind auch die Thesen von Elisabeth Badinter, die im Interview auf das Spannungsfeld von Emanzipation auf der einen und Retraditionalisierung auf der anderern Seite verweist. Vorallem in Frankreich findet vor dem Hintergrund der Debatten über Umweltzerstörung und Klimakrise eine durch die Grünen vorangetriebene Ideologisierung der modernen Mutter statt, die Naturwindeln benutzt und Biobrei kocht, was Badinter auch als Strategie bezeichnet, Frauen wieder an den Kochtopf zurückzuführen.

Anja Tervooren: Sexualität am Ende der Kindheit. Aufführungen unterschiedlicher Begehrensformen

Logo des Podcasts von Jenseits der GeschlechtergrenzenIm vergangenen Wintersemester war Prof. Dr. Anja Tervooren in unserer Vortragsreihe zu Gast. Sie ist Juniorprofessorin für „Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses von Bildung und Kultur“ an der Universität Hamburg. Ihr Vortrag beschäftigt sich mit der Aufführung unterschiedlicher Begehrensformen, Körper- und Geschlechterinszenierungen von Kindern am Ende der Grundschulzeit und basiert auf einer ethnographischen Studie in Schulen, die Anja Tervooren in ihrer Monographie “Im Spielraum von Geschlecht und Begehren. Ethnographie der ausgehenden Kindheit” (2006) veröffentlicht hat.

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